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Kommentar : Fehlstart für den Freihandel

  • -Aktualisiert am

Freihandel erhöht das Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks. Er ist ein Konjunkturprogramm, für das keine Steuermittel nötig sind. Durch das Ausklammern der Kulturbranche aber erlaubt sich Europa ein riskantes Zugeständnis an Frankreich.

          Frankreich hat seinen Willen durchgesetzt. Die Kulturbranche wird aus den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und Amerika ausgeklammert. Was die Franzosen freut, ist für Europa fatal. Darüber können die beschönigenden Worte, die zu hören sind, nicht hinwegtäuschen. Freihandel erhöht das Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks. Er ist ein Konjunkturprogramm, für das keine Steuermittel nötig sind.

          Aber Freihandel lebt von Kompromissen, davon, dass beide Seiten aufeinander zugehen. Stattdessen schottet Europa vor Beginn der Verhandlungen eine wirtschaftlich zwar unbedeutende, aber symbolträchtige Branche ab. Das ist ein riskantes Zugeständnis an Frankreich. Denn nun könnten sich die Vereinigten Staaten ermuntert sehen, ihrerseits bestimmte Branchen auszuklammern.

          Dass die Franzosen so vehement darauf pochten, dass sie ihren Kulturbetrieb ungestört von amerikanischen Einflüssen fördern können, hat damit zu tun, dass ihr Land im Vergleich zu anderen von der Freihandelszone nur in einem geringen Umfang profitieren würde. Doch wer im Vorfeld Ausnahmen definiert, hat das Ziel eines umfassenden Abkommens schon aufgegeben.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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