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Kommentar : EZB in der Sackgasse

Die EZB kauft und kauft Anleihen. Je länger das dauert, desto schwieriger der Ausstieg - der aber für viele dringend notwendig wäre.

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          Nein, entschieden ist noch nichts, da hat Mario Draghi formal recht. Doch das Handlungsmuster des EZB-Präsidenten ist inzwischen bekannt, sein Wink mit dem Zaunpfahl war klar. Es sei „unwahrscheinlich“ und „niemand“ habe jemals daran gedacht, das Billionen-Anleihekaufprogramm abrupt enden zu lassen, sagte Draghi. Im Klartext: Nach März 2017 geht es weiter, wenn auch vielleicht mit etwas vermindertem Tempo. Das Gesamtvolumen der Käufe steigt damit weit über die bislang anvisierten 1,74 Billionen Euro, vielleicht um eine halbe Billion oder mehr.

          Je länger die ultraexpansive Geldpolitik andauert und je mehr die Zentralbank zum Großgläubiger der Staaten wird, desto schwieriger wird es, jemals den Ausstieg aus der Geldschwemme zu beginnen. Die hochverschuldeten Staaten im Süden Europas sind abhängig von den Niedrigstzinsen. Ohne Draghis Geldpumpe wäre beispielsweise Italien schon längst wieder in einer Finanzkrise. Die EZB gerät immer tiefer in eine Sackgasse, in der eine Umkehr zum gewagten Manöver wird, weil die Märkte nervös reagieren werden. Nebenbei leiden die Sparer weiter. Sie müssen sich noch auf eine lange Durststrecke einstellen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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