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Kommentar : Dual zu wenig digital

Die Duale Ausbildung ist eines der Erfolgsrezepte der deutschen Wirtschaft. Aber das System zeigt Schwächen. Es muss sich der Zeit anpassen.

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          Das System der Dualen Berufsausbildung stößt nicht ohne Grund auf weltweites Interesse und ist als eines der Erfolgsrezepte der deutschen Wirtschaft bekannt. Seine Stärke liegt darin, dass es schulische Theorie und betriebliche Praxis eng verzahnt. Hier hat die Facharbeiterschaft, um deren Fähigkeiten hiesige Unternehmen beneidet werden, ihren Ursprung.

          Die Bewunderung, der sich sogar Donald Trump angeschlossen hat, täuscht aber leicht darüber hinweg, dass dieses System seit einiger Zeit auch Schwächen zeigt. Dass heute viel mehr Abiturienten als früher lieber gleich zur Universität gehen, als sich in einem Betrieb die Finger schmutzig zu machen, mag noch kein Alarmzeichen sein.

          Wohl aber scheint bisher durchaus offen, ob das Ausbildungssystem genügend auf die Umbrüche des digitalen Wandels vorbereitet ist – mit Blick auf die Ausstattung der Berufsschulen wie auch in den Strukturen. Gelingt es, Berufsbilder und Ausbildungsordnungen rasch genug anzupassen? Zu den Stärken des Systems gehört, dass eine sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit in den zuständigen Gremien für breite Akzeptanz sorgt. Das allein reicht für den Wettlauf mit der Digitalisierung allerdings nicht aus.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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