https://www.faz.net/-gqe-8ykcr

Kommentar : Die WM gehört nicht nach Qatar

  • -Aktualisiert am

In einem Land wie Qatar hat die Fußball-WM nichts zu suchen, auch nicht im November und Dezember. Hier ist der Kommerz-Gedanke viel zu weit gediehen.

          Der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, Reinhard Grindel, hat völlig recht: Große Turniere wie die Fußball-Weltmeisterschaft sollten nicht mehr in Ländern gespielt werden, die aktiv den Terror unterstützten.

          Auch einen Boykott der WM im Jahre 2022 in Qatar schloss er nicht aus. Das hat gar nichts mit der jüngsten diplomatischen Krise um das Land zu tun. Gerade in Westeuropa wird die Veranstaltung mit Korruption und Menschenrechtsverletzungen verbunden – und dafür gibt es berechtigte Gründe.

          Nun könnte man argumentieren, dass die WM zur Öffnung des Emirates beiträgt und sich die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen verbessert haben. Aber das allein reicht nicht. In einem Land wie Qatar hat die WM nichts zu suchen, und im November und Dezember hat sie nichts verloren. Hier ist der Kommerz-Gedanke viel zu weit gegangen.

          Die Quittung wird kommen; die Fans werden sich selbst im Fußball ein solches Vorgehen nicht mehr bieten lassen. Wetten, dass auch die Fußball-WM in Russland 2018 keine Begeisterungsstürme hervorrufen wird? Es ist ein Fehler, dass erst zur Vergabe der WM 2026 die Menschenrechtslage eine Rolle spielen soll.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Kein Android mehr für Huawei? Video-Seite öffnen

          Google-Boykott : Kein Android mehr für Huawei?

          Google kappt in weiten Teilen seine Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Hightech-Konzern Huawei. Damit beugt sich Google nach eigenen Angaben dem neuen Dekret von Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zur Telekommunikation. Das könnte weitreichende Folgen für Huawei-Nutzer haben.

          Ein Tempolimit auf den Weltmeeren?

          Initiative von Reedern : Ein Tempolimit auf den Weltmeeren?

          Die internationale Seeschifffahrt ist einer der großen Klimasünder. Deshalb wollen einige Reeder die Schiffe langsamer fahren lassen. Einig ist sich die Branche aber offenbar nicht.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Boden : Von der Musterehe zum Rosenkrieg

          Aus den Rissen in der türkis-blauen Koalition wurden durch die Ibiza-Affäre in beeindruckender Geschwindigkeit Gräben. Die Neuwahl ist für Sebastian Kurz eine Chance, mehr Stimmen für die ÖVP zu gewinnen – aber sie birgt auch ein großes Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.