https://www.faz.net/-gqe-7igzn

Kommentar : Die Kanzlerin ist nicht käuflich

Die CDU hat 690.000 Euro als Großspende von den BMW-Hauptaktionären erhalten. Die Kanzlerin sei käuflich, wettern SPD, Grüne und Linkspartei. Doch so ist es nicht.

          1 Min.

          Die Familie Quandt hat der CDU vergangene Woche 690000 Euro gespendet. Das ist ein Batzen Geld für eine Partei. Und ein Beleg für den wirtschaftlichen Rückhalt, den sie genießt – nicht nur bei BMW-Großaktionären. Aber ist die Parteivorsitzende, die auch Bundeskanzlerin ist, deshalb käuflich?

          SPD, Grüne und Linkspartei sprechen diesen Verdacht aus. Sie verweisen dabei auf das Bemühen von Angela Merkel, bei der EU-Kommission mildere Klimaschutzauflagen für die Autohersteller zu erreichen. Dieses Engagement fällt zeitlich mit der Spende zusammen.

          Allerdings unterstützen die Quandts die CDU schon lange. Und die Unternehmen BMW und Daimler bedenken mit Spenden auch andere Parteien, etwa die SPD. Bleibt ein Korruptionsverdacht an Merkel hängen, wenn sie sich für die deutsche Autoindustrie mit 750.000 Beschäftigten einsetzt? Nein. Einst wetterte schon SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel gegen Brüsseler CO2-Auflagen – auch ohne Privatspende der Quandts.

          Gegen Käuflichkeit spricht, dass alle Großspenden auf der Internetseite des Bundestages sofort öffentlich werden. So transparent die Zuwendungen sind, so durchsichtig ist überzogene Kritik daran.

          Kerstin Schwenn
          (enn.), Wirtschaft

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dennis Aogo

          Dennis Aogo : Die große Verunsicherung nach dem Sturm

          Dennis Aogo steht im Mittelpunkt einer turbulenten Fußballwoche. Was darf man als Profi oder Experte sagen? Welche Formulierungen sind korrekt, welche idiotisch? Und wie geht es weiter?
          Wer hat uns bloß den Impfneid eingepflanzt?

          Fraktur : Der implantierte Impfneid

          Lammfromm zur Impfbank: Wäre die Nachricht von der Gates-Scheidung bloß früher gekommen!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.