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Kommentar : Belastung für Kassenpatienten

  • -Aktualisiert am

Deutschlands Kassenpatienten müssen beim Apotheker und im Krankenhaus immer höhere Zuzahlungen leisten. Das ist eine zweischneidige Angelegenheit.

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          Zuzahlungen im Gesundheitswesen sind eine zweischneidige Angelegenheit. Sie belasten allein die Patienten. Schließlich bedeuten Zuzahlungen nichts anderes als das (teilweise) Vorenthalten einer Kostenerstattung durch die Krankenkasse. An deren Finanzierung haben sich aber die Patienten als zahlende Mitglieder genauso beteiligt wie alle anderen auch.

          Wenn sie nun für Arzneien, Therapien oder die ersten vier Wochen im Krankenhaus einen Extra-Obolus leisten müssen, ist das nicht gerade solidarisch. Auch der Steuerungseffekt der Zuzahlung ist begrenzt. Wer verzichtet schon wegen zehn Euro am Tag auf die Krankenhausbehandlung, und wer löst das Pillenrezept nicht ein, weil er dafür ein paar Euro extra zahlen muss?

          Bei Krankenfahrten und Physiotherapie mag das hier und da anders sein, doch dürfte das kaum ins Gewicht fallen. Den Kassen sind Zuzahlungen von 3,6 Milliarden Euro ihrer Versicherten dagegen eine gewichtige Entlastung. Sie entspricht 0,3 Beitragssatzpunkten. Fielen die Zuzahlung weg, müsste der Beitragssatz entsprechend steigen. Der Wettbewerb zwischen günstigen und teuren Krankenkassen würde schärfer. Das fänden die auch nicht gerade toll.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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