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Carsten Knop

Kommentar : Der Vereinfacher

  • -Aktualisiert am

Beide großen amerikanischen Parteien haben das Bildungssystem ruiniert. So einfach, wie Donald Trump tut, lässt sich dieses Problem nicht lösen. Wie immer bei ihm.

          1 Min.

          Auf Twitter ist Donald Trump in der Defensive, in der ihm eigenen Art. Angriff ist aus seiner Sicht die beste Verteidigung, also griff er die Demokraten und die andere „Oppositionspartei“, nämlich die Medien, mit einer rhetorischen Frage an: Wo sie gewesen seien, als Amerika seine Arbeitsplätze ans Ausland verloren habe?

          So einfach ist es zwar nicht, aber das gilt für alles, was der Präsident per Kurznachricht veröffentlicht. Das öffentliche Bildungssystem seines Landes wurde von beiden Parteien ruiniert, eine systematische Berufsausbildung gibt es nicht. Das ist schlimm, hat viele Gründe, liegt aber nicht am Vorhandensein einer unabhängigen Presse. Vor allem lässt es sich nicht mit schlecht durchdachten Einwanderungserlassen oder einer Mauer verändern.

          Wer hehre Ziele in Trumps Plänen zu erkennen vermag, muss einsehen: Die Dinge brauchen so viel Durchsetzungskraft (die Trump zu haben scheint) wie Zeit (die Trump sich aber nicht nehmen möchte). Er hat sich dafür entschieden, viel Porzellan in kurzer Zeit zu zerschlagen.

          Die Wirtschaftsstruktur eines Landes zu verändern ist aber ein Projekt für Dauerläufer. Dafür diene hier die deutsche Stadt Dortmund als Beweis. Dort hat es nach der Stahl- und Kohlekrise 35 Jahre gedauert, bis Arbeitsplatzverluste von einst wieder ausgeglichen waren. Das geht besser. Aber es geht auch noch viel schlechter.

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