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Kommentar : Der Ruf der Makler

Viel Geld für wenig Arbeit - sagt man dem Maklerberuf zumindest nach. Ob das Bestellerprinzip von Union und SPD dem entgegenwirken, ist fraglich. Vermieter werden alles tun, um die Gebühren zu sparen.

          Einen guten Ruf genießen sie nicht, die deutschen Wohnungsmakler. Auch wenn seriöse Verbände darauf hinweisen, dass dafür nur einige schwarze Schafe verantwortlich seien, wie es sie in anderen Branchen auch gebe: Fast jeder kennt aus seiner Umgebung Beispiele dafür, dass Wohnungsvermittler für wenig Arbeit viel Geld erhalten – zu viele Beispiele, um die Wohnungsmakler als Berufsstand von jeglichem Verdacht der Unseriosität freizustellen.

          Ob indes die Einigung von Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen, künftig das Bestellerprinzip für die Verteilung der Maklergebühren einzuführen, bei der Aufbesserung des Maklerrufes hilft, ist fraglich. Gegen den Grundsatz, dass derjenige die Gebühr übernimmt, der den Makler beauftragt, ist zwar wenig einzuwenden.

          Aber es lässt sich leicht absehen, dass Vermieter alles tun werden, um die Gebühren auf den Mieter zu überwälzen. Das wird ihnen umso leichter gelingen, je begehrter ihre Wohnungen sind – also genau in den Ballungsgebieten der Großstädte, wo der Unmut gegenüber den Maklern am lautesten ist, weil ihnen dort die Wohnungen ohne große Eigenleistung aus der Hand gerissen werden.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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