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Kommentar : Wachstumsrezepte?

Der Internationale Währungsfonds empfiehlt den Notenbanken, an der lockeren Geldpolitik festzuhalten. Man wird aber leider das Gefühl nicht los, dass so auch das Fundament für die nächste große Krise gelegt werden könnte.

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          Der Internationale Währungsfonds hat zwei Rezepte für einen beständigen globalen Aufschwung. Die Notenbanker sollen an der sehr lockeren Geldpolitik festhalten und die Regierungen Geld für Straßen, Brücken und Dämme ausgeben.

          Der Fonds hat auch zwei Warnungen parat: Die lockere Geldpolitik hat Bedingungen geschaffen, deren Veränderung gefährliche Unruhe entfalten kann, vor allem in den Schwellenländern. Dort haben sich Unternehmen mit vermeintlich billigen Dollarkrediten vollgesogen, die mit dem Erstarken des Dollars gefährlich teuer geworden sind.

          Die zweite Warnung lautet, die Verschuldung sei in vielen Ländern so hoch, dass sie das Wachstum dämpft. Was sollen diese Länder dann mit dem Rat anfangen, mehr Geld für Infrastruktur zur Anfeuerung des Wachstums auszugeben?

          Die Empfehlungen zeigen die Schwierigkeit, eine angemessene Wirtschaftspolitik zu finden in einer Lage, in der billiges Geld, billiges Öl und der billige Euro die Haupttriebkräfte des Aufschwungs sind. Man wird das Gefühl nicht los, dass die unkonventionelle Wirtschaftspolitik zur Rettung der Weltwirtschaft aus der Krise das Fundament legt für die nächste große Krise.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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