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Kommentar : Das Unverständnis der EU-Freunde

Das Brexit-Votum gefällt uns nicht, stimmen wir doch einfach noch mal ab! Was ist das für ein Verständnis von Demokratie?

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          Das Referendums-Ergebnis gefällt uns nicht, stimmen wir doch einfach noch mal ab! Wer nach dem Brexit-Referendum der jungen Bildungselite in Großbritannien und Deutschland zuhört, bekommt den Eindruck, das sei die vorherrschende Meinung.

          Millionen Menschen haben schon eine Online-Petition für ein zweites Referendum unterzeichnet. Es werden vor allem die sein, die von vornherein für die EU-Mitgliedschaft gestimmt hatten. Was ist das für ein Demokratieverständnis!

          Diese Missachtung des Volkswillens wird mit scheinbar rationalen Argumenten bemäntelt: Es hätten die Alten entschieden, die mit den Folgen nicht mehr so lange leben müssten. Sie seien schlecht informiert gewesen und würden ihre Entscheidung schon bereuen. Doch für diese Behauptungen gibt es keine Belege. Sicher ist: Die jungen EU-Freunde haben sich am Referendum zu wenig beteiligt.

          Wahrscheinlich können sich viele junge Intellektuelle aus den Städten tatsächlich nicht vorstellen, dass sich viele Briten bewusst gegen die EU entschieden haben und damit zufrieden sind. Wenn diese Vorstellung fehlt, zeigt das aber vor allem eines: Wie tief das Unverständnis zwischen den städtischen Eliten und dem Rest des Landes ist.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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