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Kommentar : Öffentlich außer Dienst

  • -Aktualisiert am

Ein Gewerkschafter ist in die Rolle eines Chefs geschlüpft, um die angeblich fehlende Verhandlungsbereitschaft zu demonstrieren. Bild: dpa

Regelmäßig lässt Verdi die Lohnrunden eskalieren, noch bevor die Arbeitgeber eine erste Antwort gegeben haben. Das Streikrecht wird zunehmend missbraucht.

          Auch Warnstreiks sind Streiks. Hier schließt ein Kindergarten vorzeitig, da kommen die Angestellten der Stadt stundenlang nicht aus der Mittagspause, dort wird der Klinikbetrieb verzögert. Mit solchen beschönigend „Nadelstiche“ genannten Aktionen stört die Gewerkschaft Verdi den Alltag Zigtausender empfindlich, denn die Verunsicherung wirkt über die tatsächlich Betroffenen hinaus.

          Schließlich weiß keiner so recht, wo genau es der Gewerkschaft beliebt, den öffentlichen Dienst am Kunden zu sabotieren. Fährt der Bus noch? Mancher verschiebt den Gang aufs Amt, bevor er die Tür verschlossen findet. Regelmäßig lässt Verdi die Lohnrunden eskalieren, bevor sie eigentlich richtig begonnen und die Arbeitgeber eine erste Antwort auf die (mit 6 Prozent diesmal besonders dreiste) Forderung gegeben haben.

          „Konflikt als Prinzip“, kritisiert das arbeitgeberfinanzierte Institut der deutschen Wirtschaft. Man darf es auch schärfer sagen: Das Streikrecht wird zunehmend missbraucht, nicht nur von Verdi. In der Politik stört das allerdings niemanden. Im Gegenteil: SPD-Arbeitsministerin Nahles will nun auch noch verbieten, dass Unternehmen mit Zeitarbeitern die schlimmsten Streikfolgen auffangen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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