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Kommentar : Chinas Schwäche, Amerikas Stärke

  • -Aktualisiert am

Mao lächelt von chinesischen Banknoten Bild: Reuters

Jahrelang hat Chinas wirtschaftlicher Aufschwung die Weltwirtschaft angekurbelt. Nun scheint der Boom ein Ende zu finden. Amerika ist darauf besser vorbereitet als Europa. Ein Kommentar.

          Binnen weniger Jahre überholte das dynamische China die alten Wirtschaftsmächte Europa und Japan und schickte sich sogar an, die Vereinigten Staaten als größte Wirtschaftsmacht der Welt zu übertrumpfen. In nur einer Generation katapultierte ein beispielloser Strukturwandel ein Riesenreich vom Schwellenland zur Industrienation. Als Ausrüster der Fabriken der Welt profitierten deutsche Maschinen- und Anlagenbauer besonders von dieser Aufholjagd, während die Hersteller deutscher Autos mit dem Hunger der Chinesen nach Luxus und Prestige satte Gewinne machten. Nun scheint Chinas Boom ein Ende zu finden.

          Die hohen Kursverluste deutscher Aktien mit großer Abhängigkeit von China sind ein Warnsignal. Zwei kleine Abwertungen der chinesischen Währung reichten aus, um Schockwellen um die Weltbörsen zu schicken. Plötzlich wird Europa aus seiner Euro-Zentriertheit gerissen und stellt fest, dass sich nicht alles in der Welt um Griechenland dreht.

          Ein Schock aus Asien könnte die zaghafte Erholung der europäischen Konjunktur abwürgen. Auch die angeblich so robuste deutsche Wirtschaft ist gefährdet. Die Abwertung in Peking ist hoffentlich nicht der Beginn eines globalen Abwertungswettlaufs, der bekanntlich nur Verlierer kennt.

          Symbol des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas: Das obere Bild zeigt Schanghai im Jahr 1987, das untere 2013

          Doch einiges spricht dafür, dass das kommunistische Zentralkomitee einen Teil seiner Probleme nun in die Welt exportieren möchte, nachdem China nach der Finanzkrise mit gigantischen Konjunkturprogrammen als Lokomotive die Weltwirtschaft gezogen hatte.

          Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Japan und die Eurozone den Abwertungswettlauf begonnen haben, um ihren Exportunternehmen Vorteile zu verschaffen. Den Kurssturz an Chinas Börsen haben Pekings Planwirtschaftler zwar mit den größten Interventionen der Geschichte stoppen, aber die panischen Privatanleger dadurch nur oberflächlich beruhigen können.

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          Die Weltwirtschaft ist verletzlich. Viele Staaten sind zu hoch verschuldet, manche zu stark auf Rohstoffe ausgerichtet, andere, wie europäische Länder, scheuen zudem den Strukturwandel. Am besten steht wieder einmal Amerika da. Wirtschaft und Arbeitsmarkt laufen dort so gut, dass die Notenbank die Zinsen erhöhen will. Doch die Fed hat den Einstieg in den Ausstieg aus dem billigen Geld schon oft versprochen – und genau so oft verschoben.

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