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Kommentar : Brasiliens Albtraum

  • -Aktualisiert am

Brasilien steckt in der tiefsten Rezession seiner Geschichte. Die Selbstzerfleischung von Politik und Wirtschaft erreicht eine neue Stufe.

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          Der Aderlass in Brasilien nimmt kein Ende. Ein weiterer Korruptionsskandal – diesmal um Staatschef Michel Temer persönlich – bringt die Reformen, die Südamerikas größte Volkswirtschaft aus der tiefsten Rezession ihrer Geschichte führen sollten, zumindest vorläufig zum Stillstand.

          Nun droht ein Rückfall, der noch schlimmere Verwüstungen bringen könnte. Die dramatischen Einbrüche der Aktienkurse und der brasilianischen Währung zeigen das ganze Ausmaß der Enttäuschung an den Märkten. Der jüngste Skandal führt den Prozess der Selbstzerfleischung von Politik und Wirtschaft in Brasilien auf eine neue Stufe. Ebenso die Methoden der Justiz, die die Straftatbestände, für die sie Politiker anklagen will, nun schon selbst mit arrangiert.

          Da versucht ein brasilianischer Großunternehmer, der sein Geschäft größtenteils längst ins Ausland verlagert hat, den Staatschef aufs Glatteis zu führen, um der Justiz einen Anlass für ein neues Verfahren gegen den Präsidenten zu verschaffen. Zur Belohnung erhält der Fleischmagnat Joesley Batista eine verhältnismäßig geringe Geldstrafe und freie Bahn für seine Expansion in Amerika. Brasiliens Wirtschaft droht derweil auszubluten.

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