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Koalitionsverhandlungen : Kein Deckel für Dispo-Zinsen

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Ständig überzogenes Konto: Das kann für Bankkunden teuer werden. Bild: dpa

Seit Jahren leiden notorisch klamme Bankkunden unter den hohen Dispozinsen - und hofften, dass die neue Koalition sie deckeln würde. Diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen, die Koalition will die Bankkunden anders schützen.

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          Eine Deckelung der seit Jahren hohen Dispo-Zinsen von Bankkunden ist vom Tisch. Union und SPD verständigten sich in ihren Koalitionsverhandlungen stattdessen auf mehr Transparenz und Warnhinweise. Die Inanspruchnahme des Dispositionskredits solle nicht zu einer übermäßigen Belastung eines Bankkunden führen, heißt es in dem  Textentwurf der Arbeitsgruppe Finanzen für einen Koalitionsvertrag, aus dem die Nachrichtenagentur DPA zitiert.

          „Daher sollen die Banken verpflichtet werden, beim Übertritt in den Dispositionskredit einen Warnhinweis zu geben.“ Bei dauerhafter und erheblicher Inanspruchnahme sollen sie dem Kunden eine Beratung über mögliche kostengünstigere Alternativen anbieten.

          Erste Banken haben Dispo schon gesenkt

          Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen oft noch mehrere Prozentpunkte höher.

          Nach der jüngsten Leitzinssenkung der EZB hatten erst vor wenigen Tagen die ersten Banken ihre Zinsen für Dispokredite und Kontoüberziehungen gesenkt. Als erste machten die Deutsche Bank, ihre Tochter Berliner Bank sowie die Direktbank Cortal Consors am vergangenen Freitag diesen Schritt. Weitere Banken wollten noch folgen.

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