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Koalitionsverhandlungen : Autobauer kritisieren schwarz-rote Wirtschaftspläne

  • Aktualisiert am

In der Montagehalle in Leipzig wird der BMW i3 zusammengebaut. Bild: dpa

Die Konzernchefs der Autohersteller Daimler, BMW, Volkswagen und Opel warnen Union und SPD davor, Zeit- und Leiharbeit einzuschränken. Sie drohen, Standorte ins Ausland zu verlagern.

          Die Chefs vier bedeutender deutscher Autobauer warnen die künftige Bundesregierung davor, den Industriestandort Deutschland zu schwächen. In einem Interview der „Bild am Sonntag“ klagen Dieter Zetsche (Daimler), Norbert Reithofer (BMW), Martin Winterkorn (Volkswagen) und Karl-Thomas Neumann (Opel), der Verlauf der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD lasse darauf schließen, dass der Wirtschaft stärkere Fesseln angelegt werden sollten. „Was bislang bekannt wurde, ist nicht verheißungsvoll“, sagte Zetsche in dem Vierer-Gespräch.

          Die Flexibilität am Arbeitsmarkt müsse erhalten bleiben und Energie müsse bezahlbar bleiben, fordert BMW-Boss Reithofer. Es gehe um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, sagte der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Winterkorn.

          „Wenn sich die Bedingungen am Standort Deutschland weiter verschlechtern, müssen wir über die Verlagerung von Produktion an andere Standorte nachdenken“, drohte Zetsche. Als „hoch gefährlich“ bezeichnete er Pläne, die zum Ziel haben, die Leih- und Zeitarbeit einzuschränken.

          IG Metall kritisiert Zeit- und Leiharbeit

          Gerade in der deutschen Automobilbranche spielen Leih- und Zeitarbeit eine bedeutende Rolle. Dort stünden den 763.000 Stammbeschäftigten mittlerweile 100.000 Leiharbeitskräfte und 250.000 Werkvertrags-Beschäftigte gegenüber, geht aus einer Studie der Gewerkschaft IG Metall hervor, über die der „Spiegel“ berichtete.

          In der gesamten Metall- und Elektroindustrie arbeiten demzufolge mehr als eine Million Beschäftigte als Leiharbeiter oder mit Werkverträgen. Das entspreche fast einem Drittel der Beschäftigten der gesamten Branche. Auch die Werft- und die Stahlindustrie griffen zunehmend auf Mitarbeiter zurück, die nicht zur Stammbelegschaft zählen.

          Der designierte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel wetterte, in diesen Zahlen zeige sich ein „Anschlag auf die soziale Marktwirtschaft“. Werkverträge dürften nicht dazu missbraucht werden, das Lohnniveau massiv zu drücken, mahnte er.

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