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Klingelnde Kassen : Deutscher Staat macht 21 Milliarden Euro Überschuss

  • Aktualisiert am

Deutschland schreibt schwarze Zahlen. Bild: dpa

Der Finanzminister freut sich: In den ersten sechs Monaten erzielt der deutsche Staat einen Milliarden-Überschuss. Die hohe Beschäftigung und die niedrigen Zinsen machen es möglich.

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          Schäubles Kasse klingelt, und nicht nur seine: Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr wegen der robusten Wirtschaftsentwicklung einen substantiellen Haushalts-Überschuss erzielt. Der Bund, die Länder, die Kommunen und Sozialversicherungen nahmen zusammen 21,1 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Überschuss entspricht 1,4 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt).

          Damit dürfte der Staat in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge auch insgesamt einen Haushalts-Überschuss erzielen: Im Jahr 2014 betrug das Plus rund 0,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der die „schwarze Null“ vorgegeben hatte, sagte vor wenigen Tagen, er erwarte, dass alleine der Bund in diesem Jahr einen Überschuss von vielleicht fünf Milliarden Euro erzielt.

          Wirtschaft gewinnt an Fahrt

          „Die Haushalte konnten weiter von einer günstigen Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie einer moderaten Ausgabenpolitik profitieren“, erklärten die Statistiker aus Wiesbaden die nun veröffentlichten Zahlen. Durch die Rekordbeschäftigung stiegen vor allem die Einnahmen aus der Einkommensteuer und den Sozialbeiträgen.

          Aber auch Sondereinnahmen durch versteigerte Mobilfunkfrequenzen sowie sinkende Zinsausgaben haben den Überschuss möglich gemacht. Von den Ergebnissen für die ersten sechs Monate ließen sich allerdings nur begrenzt Rückschlüsse auf das Jahresergebnis ziehen, da die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte oft niedriger ausfallen würden, fügten sie die Amts-Statistiker hinzu.

          Zugleich bestätigte die Behörde, dass die deutsche Wirtschaft in der Zeit zwischen April und Juni an Fahrt gewonnen hat. Vor allem aufgrund gestiegener Ausfuhren und des Konsums der inländischen Verbraucher wuchs das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Jahresauftakt wuchs die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik um 0,3 Prozent.

          Während die Exporte nun um mehr als 2 Prozent zulegten, stiegen die Einfuhren nach Deutschland bloß um etwas weniger als 1 Prozent. Denn Deutschen steigerten ihre Konsum-Ausgaben gegenüber dem Vorquartal leicht um 0,2 Prozent.

          Viele Firmen investierten demgegenüber kaum: Die Ausgaben für Fahrzeuge, Maschinen und andere Investitionsgüter stiegen nur um 0,1 Prozent. Ein (noch) besseres Wirtschaftswachstum verhinderte wohl eine Streikwelle mit Arbeitskämpfen in Unternehmen wie der Deutschen Bahn, der Deutschen Post und der Lufthansa.

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