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Kita-Ausbau : 30.000 Krippenplätze mehr als veranschlagt

  • Aktualisiert am

Klappt es mit dem Ausbau? Bild: dpa

Bald haben unter Dreijährige einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Doch wie gut kommt der Ausbau voran? Dazu gibt es nun neue Zahlen: Die Länder melden 30.000 Plätze mehr als ursprünglich veranschlagt. Wie sie verteilt sind, ist noch unklar.

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          Am 1. August tritt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder in Kraft. Seit langem wartet die Öffentlichkeit gespannt auf neue Zahlen: Wie viele Plätze wird es tatsächlich geben?

          Offenbar werden es mehr sein als erwartet: Die Bundesländer werden nach Einschätzung des Bundesfamilienministeriums zum Stichtag genügend Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stellen können, gab die zuständige Ministerin Kristina Schröder (CDU) an diesem Donnerstag bekannt. Das Ministerium bezieht sich dabei auf Zahlen, welche die Länder dem Ministerium zum Stichtag 30. Juni 2013 gemeldet haben.

          Danach werden im Laufe des kommenden Kita-Jahres 2013/14 knapp über 813.000 Betreuungsplätze für ein- und zweijährige Kinder geschaffen. Das wären mehr als 30.000 Plätze mehr als die veranschlagten 780.000. Diese Möglichkeiten zur Betreuung werden allerdings teilweise erst im Verlauf des Kita-Jahres zur Verfügung stehen. Dennoch geht das Ministerium davon aus, dass zum Stichtag 1. August „zahlenmäßig nahezu ausreichend Kita-Plätze real in Betrieb sein werden“. Es gebe „seit Monaten einen beachtlichen Endspurt“ beim Ausbau, sagte Schröder.

          Bilanz offenbar auch in Westdeutschland positiv

          Nicht nur in den neuen Bundesländern, in denen es bereits eine gute Versorgung gab, sei die Bilanz positiv, hatte zuvor der NDR berichtet. Im Westen gebe es ebenfalls eine spürbare Verbesserung, auch dort lägen die Zahlen jetzt nah am berechneten Bedarf, zitierte der Sender Regierungskreise. Ein Teil dieser Plätze werde derzeit noch mit Bundesgeldern fertig gestellt. Viele warteten aber nur noch auf die Betriebserlaubnis.

          Die Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass zum Stichtag 1. August alle interessierten Eltern tatsächlich auch einen Betreuungsplatz in ihrer Nähe bekommen werden. Denn schon länger ist bekannt: Auf dem Land ist die Situation entspannt, in den Großstädten dagegen nicht. Vor allem in westdeutschen Ballungszentren ist damit zu rechnen, dass der Krippenausbau hinter dem Bedarf zurückbleibt. Das bestätigt auch Ministerin Schröder: Die Angebote seien regional ungleich verteilt, räumte sie ein. Vor allem die Städte hätten in der Tat hohen Bedarf, sagte die Ministerin. „Es ist Aufgabe der Städte, sich auf diesen hohen Bedarf einzustellen und die Kitaplätze zu schaffen.“

          Schon im März 37.000 Plätze mehr als im Vorjahr

          Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat am Morgen ebenfalls Zahlen zum Thema Kita-Ausbau veröffentlicht, allerdings mit Stichtag 1. März dieses Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurden rund 597.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Dies waren gut 37.000 Kinder mehr als im Vorjahr. Bei den Daten handelt es sich um vorläufige Ergebnisse der Statistik der Kinder- und Jugendhilfe. Erhoben wurde, wie viele Kinder tatsächlich zum Stichtag betreut wurden - nicht aber, wie viele Plätze zur Verfügung standen.

          Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts besuchten die weitaus meisten der außerhalb der Familie betreuten Kinder im März eine Kita (84,4 Prozent), um den Rest kümmerten sich Tageseltern. Diese Aufteilung habe sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, berichtete das Bundesamt.

          In allen Bundesländern stieg demnach die Zahl der betreuten Kleinkinder, im Schnitt um 6,6 Prozent. Überdurchschnittliche Zuwachsraten von zehn bis elf Prozent gab es in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Kaum noch stiegen die Zahlen in Sachsen-Anhalt (0,1 Prozent) und Sachsen (0,6 Prozent). Als Grund nennen die Statistiker, dass in den ostdeutschen Flächenländern schon hohe Betreuungszahlen erreicht sind - entsprechend geringer fielen die Steigerungen aus.

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