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Kindergeld, Elterngeld & Co. : Welche Leistungen sollen Familien bekommen?

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Viele Eltern nutzen das erweiterte Angebot bei den Kita-Plätzen Bild: dapd

Experten haben die 156 staatlichen Leistungen für Familien geprüft und herausgefunden: Familien würden am meisten vom Ausbau der Kinderbetreuung profitieren. Kindergeld gibt es hingegen genug.

          Familien werden in Deutschland mit mehr als 150 Leistungen gefördert. Der Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung trägt nach Ansicht von Wirtschaftsforschern dabei am meisten zur Förderung von Familien bei. „In sie sollte weiter investiert werden“, lautet eine Schlussfolgerung aus Evaluationsstudien der familienpolitischen Leistungen, die die Wirtschaftsforschungsinstitute DIW, Ifo und ZEW am Mittwoch in Berlin vorstellten.

          Die Experten lobten auch das Elterngeld, das „mehr Anreize für eine partnerschaftliche Arbeitsteilung“ setze und weiterentwickelt werden müsse. Das Kindergeld trage hingegen nur „relativ schwach“ zur Erreichung der familienpolitischen Ziele bei. Von einer Erhöhung dieser Leistung solle deshalb abgesehen werden, empfahlen die Forscher. Dagegen empfehlen sie, das Ehegattensplitting praktisch abzuschaffen und das Kindergeld nicht weiter zu erhöhen.

          Die drei Forschungsinstitute hatten gemeinsam mit weiteren Forschergruppen vor vier Jahren von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, alle Familienleistungen auszuwerten. Als familienpolitische Ziele wurden damals die Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität der Familien, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die frühere Förderung von  Kindern, die Erfüllung von Kinderwünschen und der  Nachteilsausgleich zwischen den Familien formuliert.

          Zusammengenommen investiert der Staat jährlich mehr als 200 Milliarden Euro in familienpolitische Leistungen. Das umstrittene Betreuungsgeld war nicht Bestandteil der Untersuchungen, da es erst in diesem Jahr eingeführt worden ist.

          Familienministerin Schröder wertete die insgesamt elf Studien im Juni als Bestätigung ihrer Politik.  Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde ein neuer Maßstab definiert: die Wahlfreiheit. Ein Teil der Forscher hatte daraufhin erklärt, sie würden ihre Ergebnisse selbst vorstellen.

          Der Familienbund der Katholiken kritisierte darüber hinaus, Maßstab für gute Familienpolitik sei laut der Studie, wenn möglichst viele Menschen der Wirtschaft zur Verfügung stehen sowie die Höhe ihrer Steuern und Sozialabgaben. „Die Qualität der Entwicklung von Kindern ist nebensächlich.“ Zudem rügte der Familienbund die „fragwürdiger Verwendung“ von 13 Millionen Euro aus Bundesmitteln für die Studie. Nun muss sich der Bundesrechnungshof mit der Frage befassen, ob dies angemessen ist.

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