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Kommentar : Keine Experimente

Die Schweizer haben das Grundeinkommen abgelehnt. Das ist gut so, denn sonst hätten sie der gesellschaftlichen Entwicklung vorgegriffen. Die Diskussion war trotzdem gut.

          Dass die Schweizer den Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens für jedermann ablehnen würden, stand außer Zweifel. Ein solches Experiment wäre nicht nur wirtschaftlich höchst riskant. Es widerspräche auch dem traditionellen bürgerlichen Ethos, das in der Bevölkerung fest verankert ist. Diese beiden Einsichten treten in dem Abstimmungsergebnis klar zutage.

          Die Initianten freuen sich trotzdem über ihren Achtungserfolg und darüber, dass es ihnen gelungen ist, die Bürger – daheim wie auch über die Landesgrenzen hinweg – zu einer Auseinandersetzung mit der Frage zu bringen, „wie wir in Zukunft leben wollen“. Das Bemerkenswerte an der Ablehnung ist, dass sich die Eidgenossen nicht dazu haben hinreißen lassen, dieser gesellschaftlichen Entwicklung vorzugreifen.

          Sie haben in großer Mehrheit der Angstmacherei widerstanden, die Roboter nähmen den Menschen die Arbeit weg. Und selbst wenn die Maschine den Menschen am Arbeitsplatz verdrängte, hielten sie eine vorgreifende massive Umverteilung für falsch. Trotzdem gut, dass man darüber geredet hat? Schon. Denn sonst hätten manche Bürger die sozialplanerische Brechstange nicht als solche erkannt.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

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