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Kammern : Kölln-Flocken-Chef soll DIHK-Präsident werden

Zwischen Haferflocken: Hans Heinrich Driftmann in einer Produktionshalle Bild:

Wer wird nach dem angekündigten Abgang von Ludwig Georg Braun den Spitzenverband der deutschen Wirtschaft führen? Nach Informationen der F.A.Z. soll der Unternehmer Hans Heinrich Driftmann neuer Präsident werden. Er ist Chef des Haferflockenherstellers Kölln-Flocken.

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          Neuer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Elmshorner Unternehmer Hans Heinrich Driftmann. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Driftmann am Montag: „Ich scharre nicht mit den Hufen, ich dränge mich nicht nach dem Präsidentenamt, aber wenn es auf mich zuläuft, dann werde ich mich der Verantwortung nicht entziehen.“

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Der 60 Jahre alte Driftmann ist geschäftsführender Gesellschafter des Haferflockenherstellers Kölln-Flocken („Blütenzart“, „Echte Kernige“). Er ist Präsident der IHK Kiel und einer der Vizepräsidenten des DIHK. In dieser Funktion gehört er zu dem Gremium, das den Nachfolger für den im März aus dem Amt scheidenden Präsidenten Ludwig Georg Braun suchen und vorschlagen soll.

          Mehrere Personen berichteten dieser Zeitung übereinstimmend, es laufe wohl auf die Wahl Driftmanns hinaus. Zuletzt war auch über eine Kandidatur des Präsidenten der IHK für Oberfranken Bayreuth, Wolfgang Wagner, und des Kölner Kammerpräsidenten Paul Bauwens-Adenauer spekuliert worden.

          Braun tritt nach acht Jahren im Amt nicht mehr an

          Nach den Statuten des DIHK muss dessen Präsident Unternehmer und Präsident oder Vizepräsident einer Industrie- und Handelskammer (IHK) sein. Der DIHK vertritt als Spitzenorganisation der regionalen IHKs 3,6 Millionen deutsche Betriebe im In- und Ausland. Die Kammermitgliedschaft ist für alle gewerblichen Unternehmen Pflicht. Als einer der vier Spitzenverbände der Wirtschaft ist der DIHK einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Bundespolitik.

          Auf der DIHK-Vorstandssitzung am 14. November im Frankfurt soll der Kandidat für die Nachfolge Brauns offiziell vorgeschlagen werden, entscheiden muss darüber dann die Vollversammlung am 26. März 2009 in Berlin.

          Der 65 Jahre alte Familienunternehmer Braun, Chef des nordhessischen Medizingeräteherstellers B. Braun Melsungen AG mit 36.000 Beschäftigten und 3,57 Milliarden Euro Umsatz, tritt nach zwei je vierjährigen Amtsperioden nicht noch einmal an.

          Ein Familienunternehmer für den DIHK

          Mit Driftmann käme wieder ein Familienunternehmer an die Spitze des DIHK. Das 1820 gegründete Unternehmen Peter Kölln stellt Haferflocken, Müslis und Kekse her. Es bezeichnet sich als Deutschlands größter Hersteller von Cerealien (Frühstückszutaten). Mit zuletzt 300 von einst 700 Mitarbeitern will Kölln in diesem Jahr mehr als 80 Millionen Euro umsetzen. Driftmann und seine Frau halten 13 Prozent an dem Unternehmen, die restlichen Anteile liegen bei seinen Schwiegereltern (F.A.Z. vom 6. Oktober).

          Der DIHK ist nicht der einzige Verband, bei dem 2009 das Spitzenpersonal wechselt. Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) soll der Baumanager Hans-Peter Keitel im Januar das Präsidentenamt von Jürgen Thumann übernehmen, bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) will Präsident Dieter Hundt Ende 2009 aufhören. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks will im März einen Nachfolger für seinen Ende 2009 aus Altersgründen ausscheidenden Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer wählen.

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