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Soziale Netzwerke : Justizminister Maas: Wer Whatsapp nutzt, zahlt mit Daten

  • Aktualisiert am

19 Milliarden Dollar gibt Facebook für Whatsapp aus. Bild: REUTERS

Facebook übernimmt Whatsapp. Beide Dienste kosten Nutzer nahezu nichts. Nun warnt der Justizminister in der F.A.S.: „Die Nutzer müssen sich darüber klar sein: Sie bezahlen diese Dienste mit ihren Daten.“

          Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat nach dem Verkauf des Kurznachrichtendienstes Whatsapp an Facebook angekündigt, sich für klare Datenschutzregeln einzusetzen. Das sei wichtig, um die Daten der Nutzer besser zu schützen, sagte Maas der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.).

          Der Minister kündigte an, er wolle sich in den Verhandlungen über die EU-Datenschutzgrundverordnung dafür einsetzen, dass das so genannte Marktortprinzip gelte: „Alle Anbieter, die in Europa ihre Dienste anbieten, müssen dem europäischen Datenschutzrecht unterliegen.“

          Der Justizminister rief alle Nutzer dazu auf, „sehr sorgfältig“ darüber nachzudenken, wie sie Whatsapp und Facebook nutzen. „Die Nutzer müssen sich darüber klar sein: Sie bezahlen diese Dienste mit ihren Daten“, sagte Maas der F.A.S.

          Vor wenigen Tagen machte Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt, bekannt, Whatsapp für insgesamt 19 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) zu kaufen. Facebook hat derzeit mehr als 1,2 Milliarden Mitglieder, WhatsApp gut 450 Millionen Nutzer. „WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen“, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg während der Verkündung des vollkommen überraschenden Geschäfts.

          Kurz nachdem der Deal bekannt geworden war, machten schon erste Datenschutzbedenken die Runde. Sicher ist: Die Nachrichten von Whatsapp werden, wie auch die Daten von Facebook und Google, über Computer in den Vereinigten Staaten geleitet und können dort von Geheimdiensten gelesen werden. Die Smartphone-App von Whatsapp ist noch etwas datenhungriger als andere, denn sie liest die Telefonnummern aus dem Handy-Adressbuch und schickt sie ebenfalls zum Whatsapp-Server in den Vereinigten Staaten.

          Verhindern lässt sich das nur auf dem iPhone, und zwar in den Handy-Einstellungen unter „Datenschutz“; dort können Handybesitzer ihre Kontakte für Whatsapp sperren. Vor zwei Jahren hat die Stiftung Warentest Whatsapp gemeinsam mit Facebook in die Kategorie „sehr kritische Apps“ eingestuft. Tatsächlich ist es aber auch so, dass nicht alles, was Whatsapp sonst noch so angedichtet wird, auch stimmt.

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