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Landesweite Kampagne : Japaner sollen Toilettenpapier horten

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Schon zweimal war in Japan das Toilettenpapier knapp. Bild: dpa

Nach der Flutkatastrophe vor drei Jahren und dem Ölschock in den Siebzigern wurde in Japan Klopapier knapp. Die Regierung will die Bürger nun ermuntern, einen größeren Vorrat anzulegen.

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          Japans Regierung hat eine Sorge: Die Nation soll quasi nicht mit heruntergelassenen Hosen erwischt werden, wenn Toilettenpapier nach einer Naturkatastrophe das nächste Mal knapp wird. Daher wurde eine landesweite Kampagne mit dem Slogan „Lasst uns Toilettenpapier-Vorräte anlegen” ins Leben gerufen. Dazu gehört auch eine Ausstellung zu dem Thema im Handelsministerium, eine Konferenz der führenden Unternehmen der Branche und nicht zuletzt der Verkauf von speziell verpacktem Toilettenpapier für den „Notfallgebrauch”.

          Die Kampagne wird in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband für Haushaltspapiere, der Japan Household Paper Industry Association, durchgeführt und ist Teil des „Toilettenpapier-Versorgungs-Kontinuitätsplans” des Ministeriums. Hintergrund der Aktion: Nach dem Erdbeben und der Tsunami-Katastrophe im März des Jahres 2011 wurde Toilettenpapier knapp. Und während des Ölschocks der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts fand ein regelrechtes Horten statt, das ebenfalls zu Knappheit führte. „Zusätzlich zu dem Toilettenpapier, das die Haushalte für den täglichen Gebrauch vorhalten, empfehlen wir auch einen gelagerten Vorrat”, sagte Masakazu Kawasaki, stellvertretender Direktor im Bereich Papierindustrie und Konsumgüter beim Ministerium.

          Wenn die Japaner entsprechend reagieren und zusätzliche Rollen in ihren Toiletten stapeln, könnte das für Schub bei Papierherstellern wie Oji Holdings, Nippon Paper Industries und Daio Paper sorgen, die auch Toilettenpapier herstellen. Der Umsatz mit Toilettenpapier hat sich seit März abgeschwächt. Im Vorfeld einer landesweiten Anhebung der Konsumsteuer hatten die Japaner alle möglichen Verbrauchsgüter auf Vorrat eingekauft. Daher könnte die Kampagne des Handelsministeriums den Umsatz beleben, erläutert Toru Sugiura, Analyst von Daiwa Securities.

          Kawasaki zufolge ist es das Ziel des Ministeriums, die Haushalte davon zu überzeugen, genug Toilettenpapiervorräte für einen Monat vorzuhalten. So lange würden die Unternehmen benötigen, um ihre Produktion wieder in Gang zu setzen oder ausreichende Mengen zu importieren. Die Ausstellung im Handelsministerium in Tokio beginnt am 1. September.

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