https://www.faz.net/-gqe-8h173

IWF-Chefin über den Brexit : „Ziemlich schlecht bis sehr, sehr schlecht“

  • Aktualisiert am

Warnt eindringlich vor dem Brexit: Christine Lagarde Bild: AP

Großbritanniens Wirtschaft drohen schlimme Folgen, wenn das Land aus der EU austritt, schätzt IWF-Chefin Lagarde. Und auch anderswo häufen sich die Ängste vor den Folgen.

          Die Warnungen vor einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union werden immer häufiger und eindringlicher. Nach Ansicht des Internetionalen Währungsfonds (IWF) könnte ein Brexit Großbritanniens Konjunktur spürbar bremsen. „Ein Votum für den Ausstieg würde zu einer längeren Phase der Unsicherheit führen“, erklärte der Fonds am Freitag zu einem Bericht über die britische Wirtschaft.

          Dies könne Schwankungen an den Finanzmärkten auslösen und die Produktion treffen. Ein plötzliches Ende von Investitionen in Schlüsselsektoren wie dem Gewerbe-Immobilienmarkt und der Finanzindustrie könnte das Leistungsbilanzdefizit verschärfen. Das liege schon jetzt auf Rekordniveau.

          Von „ziemlich schlecht bis sehr, sehr schlecht“

          Die Auswirkungen eines Brexit auf die britische Wirtschaft reichten in einer Spanne von „ziemlich schlecht bis sehr, sehr schlecht“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde auf einer Pressekonferenz in London. Lagarde sagte, es könnte Jahre dauern, bis Großbritannien nach einem Austritt die Handelsbeziehungen mit der EU oder anderen großen Wirtschaftsregionen neu verhandelt habe.

          Die Briten stimmen am 23. Juni in einem Referendum darüber ab, ob das Land aus der Europäischen Union (EU) austreten soll. Zuletzt wurden die Warnungen von Politikern und Ökonomen vor den Folgen eines solchen Brexit immer lauter.

          Auch Großbritanniens Notenbank hatte am Donnerstag mit deutlichen Worten vor schweren wirtschaftlichen Folgen im Falle eines EU-Ausstiegs gewarnt. Dies könne sogar möglicherweise zu einer Rezession in Großbritannien führen, sagte Notenbank-Gouverneur Mark Carney nach der Zinssitzung der Bank von England (BoE). Der Kurs des britischen Pfund könne dann kräftig fallen, die Arbeitslosigkeit steigen und das Wirtschaftswachstum erheblich nachlassen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Ein Bild von Japans Ministerpräsident Abe wird während einer Demonstration in Südkorea verbrannt.

          Handelskonflikt mit Japan : Südkoreas Angst vor dem Fukushima-Wasser

          Seoul hat Angst vor atomar verseuchter Nahrung aus Fukushima. Deshalb gibt es für Südkoreas Sportler während der Olympischen Spiele in Tokio möglicherweise eine eigene Kantine. Der Konflikt zwischen den Ländern spitzt sich immer weiter zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.