https://www.faz.net/-gqe-8cth8

Razzien : Italiens Profifußball im Visier der Steuerfahnder

  • Aktualisiert am

Adriano Galliani: Geschäftsführer des AC Mailand Bild: AFP

Die italienische Justiz ermittelt gegen 35 Fußballclubs aus den beiden ersten Ligen. Bei millionenschweren Transfers von Spielern sollen Steuern hinterzogen worden sein. Auch mehrere Nationalspieler sind ins Visier der Fahnder geraten.

          1 Min.

          Der italienische Fußball wird von einem massiven Steuerskandal erschüttert. Die italienische Justiz ermittele nicht nur gegen zahlreiche Clubs aus der Serie A und B, sondern auch gegen hochrangige Funktionäre, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Neapel. Zu den 64 Verdächtigen, die Steuern hinterzogen und Bilanzen gefälscht haben sollen, gehören angeblich mehrere Präsidenten und Geschäftsführer renommierter Teams.

          Dabei soll es sich auch um den Geschäftsführer des AC Mailand, Adriano Galliani, den Vorsitzenden des SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis, und Lazio-Präsident Claudio Lotito handeln. Zudem werde gegen Nationalspieler Gabriel Paletta, Milan-Profi Antonio Nocerino, Bergamo-Stürmer German Denis und den ehemaligen Serie-A-Stürmer Hernan Crespo ermittelt.

          Die Staatsanwaltschaft Neapel hat den Angaben zufolge 35 Clubs im Visier. Am Dienstag seien zahlreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt worden, etwa in den Räumen des AC Mailand. Insgesamt seien Grundstücke, Gelder und andere Besitztümer im Wert von zwölf Millionen Euro beschlagnahmt worden. Bei den Vorwürfen geht es unter anderem um Betrügereien bei Spielertransfers.

          Der AC Mailand erklärte, die Verdächtigungen seien „unbegründet“. Die Sache werde bald aufgeklärt und zu den Akten gelegt. De Laurentiis betonte, die Ermittlungen beunruhigten ihn nicht, da sie völlig aus der Luft gegriffen seien.

          Unregelmäßigkeiten beim Transfer des argentinischen Stürmers Ezequiel Lavezzi vom SSC Neapel zu Paris St. Germain im Jahr 2012 hatten die Fahnder hellhörig werden lassen. Agenten und Spieler sollen ein System ausgearbeitet haben, um Steuerzahlungen für Transfers zu umgehen. Einige argentinische Agenten sollen zudem die Steuerbehörden in Italien betrogen haben, indem sie Firmen in Steuerparadiesen gründeten.

          Weitere Themen

          Bahn fährt Rekordverlust ein

          5,6 Milliarden : Bahn fährt Rekordverlust ein

          Wegen Corona sitzen in den Zügen derzeit nur wenige Passagiere. Doch das Rekordminus kann die Bahn nicht ausschließlich mit der Pandemie begründen. Auf Hilfen muss der Konzern indes weiter warten.

          Topmeldungen

          Das Coronavirus brachte die Aktienmärkte durcheinander. Wie geht es im nächsten Jahr weiter?

          Chancen am Aktienmarkt 2021 : Alles Corona oder was?

          Für Reise- und Luftfahrt-Titel brauchen Anleger gute Nerven, die Pharmabranche ist einen Blick wert. Was sind die Chancen für das Jahr 2021? Wir geben den Überblick in einer neuen Serie zur Geldanlage.

          Am Tag des Corona-Gipfels : RKI meldet Rekordzahl an Todesfällen

          Zum ersten Mal starben an einem Tag mehr als 400 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin ein Anlass zur Sorge. Heute wollen Bund und Länder sich auf neue Maßnahmen einigen.
          Mit dem Zeltlager am Platz der Republik in Paris wollte ein Flüchtlingshilfeverein am Montag auf die ungelöste Unterbringungsfrage für Asylbewerber und illegal eingereiste Migranten aufmerksam machen.

          Abgelehnte Asylbewerber : Letzte Hoffnung Frankreich

          Viele in Deutschland und anderen EU-Staaten abgelehnte Asylbewerber fliehen nach Frankreich. Hier werden die Anträge weniger streng geprüft. Die französische Migrationsbehörde sieht sich als Opfer der europäischen Asylpolitik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.