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IPCC-Bericht : Klima retten funktioniert mit Wind, Sonne und Atomkraft

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Die Welt bleibt nicht dunkel, auch wenn wir auf Kohle und Öl verzichten. Bild: dpa

Um die Erderwärmung zu bremsen müssen die Länder schnell handeln, sagen Experten der Vereinten Nationen in einem mit Spannung erwarteten Bericht. Viel Wirtschaftswachstum koste das nicht.

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          Der UN-Weltklimarat mahnt die Staatengemeinschaft eindringlich zu einem schnelleren und ambitionierteren Kampf gegen den Klimawandel. Schutzmaßnahmen weiter zu verzögern, gefährde zunehmend das Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, reduziere die Handlungsmöglichkeiten und steigere die Kosten für den Klimaschutz erheblich, warnen die Experten in dem an diesem Sonntag in Berlin vorgelegten und mit Spannung erwarteten Bericht. Noch könne die international vereinbarte Obergrenze erreicht werden. An den Beratungen nahmen rund 600 Wissenschaftler aus rund 120 Staaten teil.

          Die Experten finden, dass die Welt es sich durchaus leisten kann, auf fossile Brennstoffe zu verzichten und stattdessen auf eine kohlenstoff-freie Energiegewinnung zu setzen. Dazu zählen sie Wind- und Solarkraft, aber auch Kernenergie. „Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“, sagte Ottmar Edenhofer, Co-Vorsitzender des aktuellen IPCC-Berichts. Die Kosten lägen absolut im Rahmen. „Das ist das, was man sonst sieht, wenn Steuern erhöht werden oder was in einer Finanzkrise passiert.“

          Die zentrale Botschaft, auch für Entwicklungs- und Schwellenländer, laute: Mit Klimaschutz muss man nicht auf Wachstum verzichten. Nach IPCC-Berechnungen schlägt der nötige Wechsel bei einem Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3 Prozent im Jahr mit einem Minus von rund 0,06 Prozentpunkten zu Buche.

          Energiegewinnung (Elektrizität und andere Energien) steckt hinter den meisten von Menschen verursachten Treibhausgasen.
          Energiegewinnung (Elektrizität und andere Energien) steckt hinter den meisten von Menschen verursachten Treibhausgasen. : Bild: IPPC

          Es bleibe ein Zeitfenster des nächsten Jahrzehnts und maximal der nächsten zwei Dekaden, um zu moderaten Kosten reagieren zu können, mahnte Edenhofer. Der Bericht zeigt auf, je weniger die Emissionen bis 2030 reduziert würden, desto schneller müssten die Emissionen zwischen 2030 und 2050 sinken. Neue, wenig erprobte Technologien müssten dann unter Umständen eingesetzt werden, um beispielsweise Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen.

          Das neue wirtschaftliche Argument sorgte unter Umweltschutz-Organisationen für Enthusiasmus. Denn es könne all jene Politiker überzeugen, die fürchten, ihr Land durch mehr Klimaschutz zu schwächen. „Das ist die Schwelle zum Durchbruch“, sagte Karsten Smid für Greenpeace. „Wenn man das ernst nimmt, wird es zu einem wirtschaftlichen Umbruch führen.“

          Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) - kurz Weltklimarat genannt - legt alle fünf bis sieben Jahre einen Sachstands-Bericht vor, in dem der wissenschaftliche Erkenntnisstand der Klimaforschung zusammengefasst wird. Der jetzige besteht aus vier Teilen, zwei davon sind schon öffentlich.

          Der in Berlin nun vorgestellte Bericht gibt ökonomische, technologische und politische Handlungsempfehlungen. Das Treffen und der Bericht dienen der Vorbereitung der nächsten Weltklimagipfel in Peru und Ende nächsten Jahres in Paris.

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