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WHO : Reisen statt Heilen

  • Aktualisiert am

WHO-Chefin Margaret Chan auf dem Markt nahe Paris. Bild: AP

Die Welt-Gesundheitsorganisation gibt mehr Geld fürs Reisen aus als für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Die Kritik wächst – sogar intern.

          Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO gibt jedes Jahr mehr Geld für Reisen aus als für die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. In den vier Jahren seit 2013 hätten die WHO-Angestellten jedes Jahr durchschnittlich 200 Millionen Dollar für Reisen ausgegeben, heißt es in einem Bericht der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press. Das allein ist ein Zehntel des Jahresbudgets aus jener Zeit.

          Für den Kampf gegen Aids und Hepatitis gab die WHO 71 Millionen Dollar aus, für Malaria 61 Millionen Dollar und für Tuberkulose 59 Millionen. Für den Kampf gegen Polio werden jährlich allerdings 450 Millionen Dollar verwendet.

          Business-Class-Flüge und Fünf-Sterne-Hotels

          Während die Organisation die Staaten weltweit um zusätzliches Geld bittet, buchten die Mitarbeiter trotzdem Zimmer in Fünf-Sterne-Hotels und flögen in der Business Class. Mancher Unternehmensreisende hält das für sinnvoll, immerhin sind viele Flugreisende nach mehreren Stunden in der Economy Class nicht arbeitsfähig. In vielen Entwicklungsländern ist auch der Hotelmarkt sehr gespalten zwischen Fünf-Sterne-Hotels einerseits und Hotels mit sehr niedrigem Standards andererseits.

          Intern allerdings kritisieren offenbar einige Manager das Reiseverhalten der WHO-Beschäftigten. Gerade erst sei eine neue Reisekosten-Ordnung verabschiedet worden, heißt es in dem Bericht, viele Mitarbeiter der UN-Organisation brächen aber die Regeln. Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen verbieten ihren Mitarbeitern die Business Class komplett. Zwar hat Ärzte ohne Grenzen fünf Mal so viele Mitarbeiter wie die WHO, es fällt aber nur ein Fünftel der Reisekosten an.

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          Laut dem Bericht verursachte allein der Chef des Ebola-Krisenmanagements während der Krise fast 400.000 Dollar an Reisekosten. Gelegentlich habe er Krankenhäuser mit dem Hubschrauber besucht, statt mit einem Geländewagen über schlammige Straßen zu fahren. Generaldirektorin Margaret Chan fliege oft in der First Class.

          Die Gesundheitsorganisation verteidigt das Verhalten ihrer Chefin. Bis Februar hätten die Reiserichtlinien Flüge in der First Class erlaubt, Chan sei aber nur Business Class geflogen und habe eine Regeländerung veranlasst, die die First Class künftig ausschließe.

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