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Staatschef Zuma in Bedrängnis : Indischer Clan soll an Vergabe von Ministerposten in Südafrika beteiligt sein

  • Aktualisiert am

Südafrikas Vize-Finanzminister Mcebisi Jonas: Seine Anschuldigungen bringen Präsident Zuma in Bedrängnis. Bild: Reuters

Die indische Gupta-Familie kontrolliert in Südafrika ein Firmenimperium und gehört dort zu den reichsten Clans des Landes. Hat sie auch Einfluss auf die Vergabe von Ministerposten?

          Südafrikas Präsident Jacob Zuma gerät wegen seiner Beziehungen zu dem einflussreichen indischen Gupta-Clan weiter unter Druck. Vize-Finanzminister Mcebisi Jonas erklärte am Mittwoch, die Unternehmerfamilie habe ihm Ende 2015 den Posten des Finanzministers angeboten. Er habe „dies ohne Zögern abgelehnt“. Das Angebot, die Nachfolge des wenig später entlassenen Ressortchefs Nhlanhla Nene anzutreten, sei eine „Verhöhnung unserer hart erarbeiteten Demokratie“, sagte Jonas.

          Seine Anschuldigungen heizen Spekulationen an, wonach die Guptas die südafrikanische Politik unterwandert haben. Der Clan kontrolliert ein Firmenimperium in Südafrika und gehört zu den reichsten Familien des Landes. Die Familie ist ein Großspender der Regierungspartei ANC und unterhält enge Beziehungen zu Staatschef Zuma. Einer seiner Söhne ist ein Geschäftspartner der Gupta-Familie und leitet eines ihrer Unternehmen. Zumas Frau Bongi Ngema war ebenfalls in einem Gupta-Konzern angestellt.

          Südafrikas Staatschef Jacob Zuma

          Ein Familiensprecher wies die Vorwürfe des Vize-Finanzministers umgehend als „vollkommen falsch“ zurück. Kürzlich hatte bereits die ANC-Abgeordnete Vytije Mentor erklärt, ihr sei von der Familie ein Regierungsposten angeboten worden. Die Guptas, die in Südafrika auch Minen betreiben, sollen zudem die Ernennung anderer Kabinettsmitglieder, unter ihnen Bergbauminister Mosebenzi Zwane, mitbestimmt haben.

          „Dies ist beunruhigend, vor allem in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, sagte der Juraprofessor Shadrack Gutto. Der ANC müsse in Erwägung ziehen, Zuma zum Rücktritt aufzufordern. Es sei aber fraglich, ob die Partei dazu bereit sei.

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