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Jörg Hofmann : IG-Metall-Chef droht mit hartem Arbeitskampf

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Warnstreik der IG Metall: Die Tarifverhandlungen bei den Metallern folgen ihren ganz eigenen Ritualen. Bild: dpa

Kurz vor dem 1. Mai verschärft die Gewerkschaft noch einmal den Ton: „Wir müssen in den nächsten Wochen den Druck erhöhen“, sagt Hofmann der F.A.S. und droht mit weiteren Streiks.

          Ein Streik jagt den nächsten. Nachdem sich die Gewerkschaft Verdi mit den Arbeitgebern in der Nacht zum Samstag geeinigt haben, verschärft sich nun der Tarifkonflikt in der Elektro- und Metallindustrie. Das Angebot der Arbeitgeber sei ein „schlechter Witz“, sagte  IG Metall-Chef Jörg Hofmann der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und kündigte die nächsten Wellen von Warnstreiks an:  „Wir müssen in den nächsten Wochen den Druck erhöhen.“

          Die IG Metall hatte bei der ersten großen Warnstreikwelle am Freitag bundesweit rund 110.000 Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen. Am 11. Mai findet im Tarifbezirk Baden-Württemberg die erste Verhandlung in der dann vierten Runde der Tarifgespräche statt. Bisher haben die Arbeitgeber rückwirkend ab April Einkommensverbesserungen in zwei Stufen vorgeschlagen, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summieren. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate. Damit gingen sie nur unwesentlich über ihr erstes Angebot hinaus.

          An ihren finanziellen Mitteln werde der Arbeitskampf nicht scheitern: Die Streikkasse ist voll, bestätigt Hofmann. Nach Jahren mit raschen Tarifabschlüssen steht die Branche damit vor dem härtesten Arbeitskampf seit 15 Jahren. Die IG Metall verlangt für die 3,8 Millionen Beschäftigten eine Lohnerhöhung von fünf Prozent. Sie begründet dies mit der  guten wirtschaftlichen Lage der Unternehmen, allen voran in der Autoindustrie mit ihren Rekordgewinnen: „Würden wir uns nur an Firmen wie Porsche orientieren, müssten wir zweistellige Lohnerhöhungen durchsetzen“, frotzelt Hofmann in der F.A.S.

          Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat hingegen betont, die Offerte sei vorgelegt worden, „um endlich über die Strukturen einer möglichen Lösung ins Gespräch zu kommen“. Eine längere Laufzeit des Tarifabschlusses verschaffe den Unternehmen Planungssicherheit. Die Forderung der IG Metall lehnen die Arbeitgeber strikt ab. Am Montag wird die IG Metall in vielen Regionen erneut zu Warnstreiks aufrufen.

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