https://www.faz.net/-gqe-7maye

IAB-Studie : Arbeitslosigkeit kostet uns nur noch halb so viel

  • Aktualisiert am

Die Kosten der Arbeitslosigkeit umfassen etwa Ausgaben für Arbeitslosengeld, aber auch Einnahmeausfälle bei Steuern und Sozialbeiträgen. Bild: dpa

Arbeitsmarktforscher haben untersucht, was die Arbeitslosigkeit den Staat kostet. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Belastungen halbiert.

          1 Min.

          Der Aufschwung am Arbeitsmarkt entlastet die öffentlichen Haushalte. Im Vergleich zum Jahr 2003 hätten sich die Ausgaben dafür fast halbiert, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

          Hatten Bundesagentur, der Bund, die Rentenkasse und andere im Jahr 2003 insgesamt noch 91,5 Milliarden Euro für Arbeitslosigkeit aufwenden müssen, waren es im Vorjahr nur noch 53,8 Milliarden Euro, berichten die Forscher. Gemessen am Bruttosozialprodukt fielen die Belastungen von 4,3 Prozent auf 2 Prozent. Hauptgrund sei die stark gesunkene Arbeitslosigkeit.

          Ein Arbeitsloser belastet die Haushalte mit 18.600 Euro

          Je arbeitsloser Person seien die jährlichen Ausgaben aber seit 2003 nahezu unverändert: „Ein Arbeitsloser kostete die öffentlichen Budgets durchschnittlich etwa 18.600 Euro“, erklären die Wissenschaftler.

          Rund 55 Prozent der staatlichen Kosten der Arbeitslosigkeit entstehen den öffentlichen Haushalten durch Ausgaben für das Arbeitslosengeld I und II sowie die für Arbeitslose zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge. Die Forscher beziffern diese Ausgaben für das Jahr 2012 mit 29,6 Milliarden Euro.

          Die übrigen 45 Prozent resultieren aus Einnahmeausfällen bei Steuern und Sozialbeiträgen. Sie umfassten im gleichen Jahr 24,1 Milliarden Euro. So hat der Staat wegen der Arbeitslosigkeit neun Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen – davon 7,6 Milliarden weniger Lohn- und Einkommenssteuer.

          Weitere Themen

          Netflix fürchtet neue Konkurrenz nicht

          Videodienst : Netflix fürchtet neue Konkurrenz nicht

          Netflix sagt voraus: Apple und Disney werden das eigene Wachstum nur kurzfristig bremsen. Die Quartalszahlen des Videodienstes sind durchwachsen, aber die Börse ist zufrieden.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.