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Hoffnung auf Exportgeschäft : Bayern geht nach Teheran

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In der iranischen Hauptstadt Teheran eröffnet nun auch die bayerische Wirtschaft eine Auslandsvertretung. Bild: dpa

Viele ausländische Regierungen haben in Iran schon für ihre Unternehmen geworben. Nun eröffnet die bayerische Wirtschaft eine Auslandsvertretung. Allerlei Prominenz reist dazu an.

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          Die bayerische Wirtschaft sieht im Iran gute Geschäftschancen - und will die Nase vorn haben. Zur Eröffnung einer eigenen Auslandsvertretung in Teheran wollten Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), Verbandspräsident Alfred Gaffal, Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm und andere Konzernmanager und Unternehmer an diesem Wochenende in den Iran fliegen.

          „Das wird ein großer Aufschlag“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt: „Nach zehn Jahren Sanktionen haben Staat und Wirtschaft dort großen Nachholbedarf, vor allem bei Infrastruktur und Investitionsgütern. Und deutsche Produkte sind dort hoch angesehen.“

          Der Iran mit seinen rund 80 Millionen Einwohnern könne zwar Auslandsmärkte wie China oder Russland nicht ersetzen. Aber das Land habe gewaltige Öl- und Gasreserven, und die Nachfrage sei gewaltig: „Ich war im August vier Tage in Teheran. Es war überraschend, wie viele Bitten ich erhielt, Kontakte und Geschäftsbeziehungen in Bayern herzustellen.“

          Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer, die Elektro- und Chemieindustrie sowie Baufirmen rechnen sich gute Chancen aus. „Es lohnt für jedes Unternehmen, seine Geschäftsmöglichkeiten dort auszuloten“, sagte Brossardt. Auch Vertreter von MAN, Linde, Audi, des Rückversicherers Munich Re und des Baustoffherstellers Knauf reisen mit nach Teheran.

          „Technologie, Qualität, Zuverlässigkeit“

          Wegen der Sanktionen gegenüber dem Land hatte sich der deutsche Export in den Iran auf zuletzt 2,4 Milliarden Euro im Jahr halbiert. Heute sind die Arabischen Emirate, Taiwan und China die wichtigsten Handelspartner Irans. Aber „die Konkurrenten sind überall auf der Welt dieselben. Ich bin sicher: Die deutsche Wirtschaft wird auch im Iran wettbewerbsfähig sein“, sagte Brossardt.

          Es gebe noch viele alte deutsche Anlagen dort, ältere Unternehmer und Entscheidungsträger seien deutschland-affin, einige junge hätten in Deutschland studiert. Und „deutsche Unternehmen können ihre Technologie, Qualität, Zuverlässigkeit in die Waagschale werfen.“ Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Teheran im Juli besucht.

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