https://www.faz.net/-gqe-7k4mi

Höhere Lebenserwartung : Großbritannien will Rente mit 69 einführen

  • Aktualisiert am

Britanniens Schatzkanzler George Osborne (l.) und sein Staatssekretär Danny Alexander. Bild: AP

Großbritannien ändert die Altersvorsorge: Wer heute ins Berufsleben eintritt, könnte erst mit beinahe 70 Jahren in den Ruhestand eintreten. Das Land spart so Hunderte Milliarden Pfund.

          Großbritannien steht wohl vor der substantiellsten Rentenreform seit Jahrzehnten. Wer heute ins Berufsleben einsteigt, geht vermutlich erst mit knapp 70 Jahren in den Ruhestand. Der britische Schatzkanzler George Osborne kündigte heute in seiner Haushaltsansprache an, das Renteneintrittsalter solle bis Ende der 2040er Jahre von 65 auf 69 Jahre angehoben werden. „Es ist eine dieser schwierigen Entscheidungen, die eine Regierung treffen muss, wenn sie ernsthaft die Staatsausgaben kontrollieren will“, sagte Osborne.

          Bereits am Vormittag hatte die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, dass auch eine Rente ab 70 denkbar sein könnte. Grund dafür ist, dass die britische Administration das gesetzliche Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln will. Werden die Menschen im Durchschnitt älter, gehen sie auch später in den Ruhestand. Daraus könnte sich ergeben, dass ab den 2060er Jahren in Britannien das gesetzliche Renteneintrittsalter sogar 70 Jahre betragen wird. Gelten würde das dann somit vor allem für diejenigen, die jetzt gerade ins Berufsleben einsteigen.

          Faktisch werde eine entsprechende Regel vor allem aber auch bürokratische Vorteile bringen, berichtet der Guardian weiter: Denn jede künftige britische Regierung müsste eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht mehr durchs Parlament bringen, sondern könnte diese Aufgabe quasi automatisch von Demografie-Forschern erledigen lassen.

          Staatliche Rentenzahlungen machen derzeit mit mehr als 100 Milliarden Pfund die Hälfte des britischen Sozialbudgets aus. In den kommenden 50 Jahren könnte die britische Regierung durch die avisierte Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung Ausgaben in Höhe von mehr als 500 Milliarden Pfund sparen.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Rätseln um den Ärztemangel

          Umfrage der Kassenärzte : Rätseln um den Ärztemangel

          Gibt es tatsächlich immer weniger Ärzte? Oder ändert sich nur die Art der Versorgung? Ist die Anspruchshaltung der Patienten überzogen? Die Ergebnisse einer Befragung irritieren.

          Topmeldungen

          Thomas Middelhoff beim Gespräch über sein neues Buch „Schuldig“ in Hamburg

          Middelhoff im Gespräch : „Es war die Gier nach Anerkennung“

          Thomas Middelhoff war Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann und galt als „Wunderkind“ der Wirtschaft. Dann kam der Absturz: Steuerhinterziehung, Haft, Privatinsolvenz. Jetzt bekennt sich der gestürzte Manager: „Schuldig“
          Die jährliche Befragung von 6000 Bürgern ergibt irritierende Ergebnisse zum Thema Ärztemangel.

          Umfrage der Kassenärzte : Rätseln um den Ärztemangel

          Gibt es tatsächlich immer weniger Ärzte? Oder ändert sich nur die Art der Versorgung? Ist die Anspruchshaltung der Patienten überzogen? Die Ergebnisse einer Befragung irritieren.
          Demonstranten und Anwohner vor einer Polizeistation am Mittwochabend

          Plötzliche Disruption : „Ihr habt keine Heimat!“

          Nie waren sich Hongkonger und Festlandchinesen ferner als in diesen Tagen. Schon deshalb ist mit Unterstützung nicht zu rechnen. Chronik einer Eskalation
          Das durch den Abbau von jährlich rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle entstandene „Hambacher Loch“.

          Gigantischer Stromspeicher : Die Wasserbatterie im Hambacher Loch

          Was ein visionärer Plan: Ein gigantischer Stromspeicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom soll im „Hambacher Loch“ entstehen. Die Technik dürfte Kennern bekannt vorkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.