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Höhere Einfuhr : Klimaschädliche Teersandöle auf dem Vormarsch

Kein „normales” Öl: Teersand in Kanada Bild: Edward Burtynsky

Teersandöle sind besonders schlecht für das Klima. Schon 2011 wollte die EU-Kommission die Einfuhr deshalb verbieten. Stattdessen könnten die Importe nun sogar stark steigen.

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          Die Einfuhr der umstrittenen kanadischen Teersandöle in die EU könnte bis 2020 stark von heute 4000 auf täglich 700.000 Fass ansteigen. Damit würde die Gemeinschaft bis zu 7 Prozent ihres gesamten Ölverbrauchs abdecken. Das ist das Ergebnis einer von mehreren Klimaschutzgruppen in Auftrag gegebenen Analyse der amerikanischen Organisation „Natural Resources Defense Council“.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Möglich ist der starke Anstieg, weil die EU das schon Ende 2011 von der EU-Kommission vorgeschlagene faktische Einfuhrverbot für die als besonders klimaunfreundlich geltenden Teersandöle bisher nicht beschlossen hat. Die Kommission hat unabhängig davon im Rahmen ihres Klimapakets vorgeschlagen, nach 2020 ganz auf Klimaschutzauflagen für Kraftstoffe zu verzichten.

          Schlechtere Klimabilanz als klassische Kraftstoffe

          Teer- oder Ölsande sind eine Mischung aus Ton, Wasser und zu Treibstoff verarbeitbaren Kohlenwasserstoffen. Aus ihnen gewonnene Öle haben eine schlechtere Treibhausgasbilanz als klassische Kraftstoffe. Nach einer neuen Studie der EU-Kommission treten während des Lebenszyklus von aus Teersand gewonnenem Öl rund 23 Prozent mehr Treibhausgase aus als während des Lebenszyklus von „normalem“ Öl. Befürworter der Ölgewinnung aus Teersand bezweifeln aber, ob das ausreichend wissenschaftlich belegt ist.

          Hauptproduzent ist Kanada, das täglich 1,4 Millionen Fass Teersandöl fördert. Bis 2030 soll die Fördermenge auf 5,8 Millionen Fass steigen. Momentan fließt ein Großteil davon in die Vereinigten Staaten. Die Nachfrage ist dort aber wegen der gestiegenen Eigenproduktion zuletzt gesunken. Kanada sucht deshalb nach neuen Absatzmärkten.

          Bedeutende Teersandvorkommen gibt es weiterhin in Venezuela. Auf Madagaskar, in Kongo und Russland sind Abbaustellen geplant. Schätzungen zufolge könnten die Teerandlagerstätten zwei Drittel der Erdölreserven der Welt ausmachen. Ihr Abbau lohnt wegen der Aufarbeitung aber nur bei einem hohen Ölpreis.

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