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Höhepunkt noch nicht erreicht : Wirtschaftsweise: Finanzkrise wird noch schlimmer

  • Aktualisiert am

Peter Bofinger: „Den Höhepunkt der Finanzkrise erwarte ich erst für Mitte des Jahres” Bild: ASSOCIATED PRESS

Der Absturz der Hypo-Real-Estate-Aktien und der Verlust bei der Citigroup sorgten gestern für Aufsehen: Die Auswirkungen der Hypothekenkrise sind noch immer deutlich zu spüren. Zwei Wirtschaftsweise sagen jetzt: Der Höhepunkt der Finanzkrise steht noch bevor.

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          Nach den überraschenden Abschreibungen bei dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate rechnen die Wirtschaftsweisen Peter Bofinger und Wolfgang Franz damit, dass der Höhepunkt der Finanzmarktkrise längst noch nicht erreicht ist.

          „Den Höhepunkt der Finanzkrise erwarte ich erst für Mitte des Jahres“, sagte Bofinger der „Berliner Zeitung“. Zu den jetzt bekanntwerdenden Ausfällen sagte er: „Mich überrascht das nicht. Die Zinsanpassungen für die Käufer von US-Immobilien kommen jetzt erst so richtig zum Tragen und das erhöht ständig den Druck auf die Immobilienmärkte“.

          „Noch nicht über den Berg“

          Pessimistisch äußerte sich auch Franz: „Ich fürchte, dass wir bei der Finanzmarktkrise noch nicht über den Berg sind.“ In diesen Wochen würden in den Vereinigten Staaten die Zinsanpassungen bei den Hypothekenkrediten nach oben erfolgen und „das wird einige Schuldner in Schwierigkeiten bringen, so dass die Ausfallwahrscheinlichkeiten dieser Kredite und damit der Abschreibungsbedarf bei den Banken auch hierzulande steigen“ werde.

          Die Hypo Real Estate hatte am Dienstag über Abschreibungen auf ein amerikanisches Wertpapierportfolio in Höhe von 390 Millionen Euro berichtet, die das Vorsteuerergebnis um rund ein Viertel zurückgehen ließen. Damit sorgte die Hypo Real Estate für einen Absturz der Aktien (siehe dazu auch: Hypo Real Estate: Banken werden von der nächsten Schockwelle erfasst). Zeitweise brach der Kurs der im Deutschen Aktienindex Dax notierten Papiere um rund 35 Prozent ein. Vorstandschef Georg Funke sprach von einem „Einmaleffekt aufgrund einer Marktkatastrophe“.

          Schlechte Nachrichten hatte es am Dienstag auch von der größten amerikanische Bank Citigroup gegeben: Wegen neuer Abschreibungen von mehr als 18 Milliarden Dollar im Zuge der Hypothekenkrise hatte die Bank für das Schlussquartal 2007 den ersten Verlust seit ihrer Fusion aus Citicorp und Travellers Group 1998 vermeldet (siehe dazu auch: Riesige Abschreibung führt zu Rekordverlust).

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