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Höchster Stand in zwei Jahren : Mehr Arbeitslose in Amerika

  • -Aktualisiert am

Furcht vor einer Rezession in Amerika Bild: AP

In den Vereinigten Staaten ist die Arbeitslosenquote im Dezember überraschend kräftig gestiegen. Die Quote kletterte auf 5,0 Prozent. Das hat die Furcht vor einer Rezession in Amerika wieder angefacht.

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          Die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Dezember spürbar verschlechtert. Im letzten Monat des vergangenen Jahres wurden in Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft nur 18.000 neue, zusätzliche Stellen geschaffen, rund 100.000 weniger als im November. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,7 Prozent auf 5 Prozent. Das hat das Amt für Arbeitsmarktstatistik in Washington am Freitag mitgeteilt.

          Bankvolkswirte an Wall Street hatten mehrheitlich mit einem Stellenzuwachs von 70.000 und einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent gerechnet. Die Daten bestärkten an den Finanzmärkten die Erwartung einer weiteren Leitzinssenkung der Notenbank (Fed) Ende des Monats. Der Euro legte zum Dollar deutlich zu und wurde zwischenzeitlich zu mehr als 1,48 Dollar je Euro gehandelt, rund 1 Cent höher als zuvor.

          Bush denkt über neues Konjunkturprogramm nach

          Zugelegt hat im Dezember vor allem die Beschäftigung in den verschiedenen Zweigen des Dienstleistungsgewerbes, darunter im Gesundheitswesen (plus 28.000 Stellen) und im Restaurant- und Gaststättengewerbe (plus 27.000 Stellen). Zusammen sind in diesen beiden Wirtschaftszweigen in den zurückliegenden zwölf Monaten 685.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Andererseits hat sich der Stellenabbau in der Bauwirtschaft und auch im produzierenden Gewerbe im Dezember beschleunigt. Im Baugewerbe wurden im Saldo 29.000 Stellen gestrichen, im produzierenden Gewerbe waren es 31.000 Arbeitsplätze. In der Bauwirtschaft sind damit inzwischen rund 236.000 Menschen weniger beschäftigt als im September 2006, dem Rekordmonat. Im produzierenden Gewerbe gingen während des vergangenen Jahres 212.000 Arbeitsplätze verloren.

          Die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt dürften den amerikanischen Präsidenten George Bush in seiner Absicht bestärken, angesichts der trüben Wachstumsaussichten ein neues Konjunkturprogramm zu beschließen. Bush sagte, er diskutiere darüber derzeit mit seinen wirtschaftspolitischen Beratern, unter anderen mit Finanzminister Henry Paulson. „Was ein Programm zur Belebung der Wirtschaft betrifft, denken wir über alle Möglichkeiten nach.“ Womöglich werde er einen Plan in seiner Rede zur Lage der Nation Ende dieses Monats vorstellen, fügte Bush hinzu.

          Berater des Präsidenten hatten zuvor schon gesagt, die Überlegungen gingen in Richtung gezielter Steuererleichterungen, insbesondere mit Blick auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die Kauflust der Verbraucher. Bush lehnt es allerdings ab, angesichts des Rekordpreises von 100 Dollar je Fass (159 Liter) etwas von dem Erdöl aus der strategischen Reserve Amerikas freizugeben, um die Preise für Benzin und Heizöl zu drücken. „Es handelt sich nicht um einen Notfall, der das rechtfertigen würde. Der Preis von 100 Dollar ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage“, sagte Bush.

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