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Hartz-IV-Aufstocker : Vollzeitstelle lohnt erst ab 2050 Euro

  • -Aktualisiert am

Aufhören mit dem Aufstocken - für viele lohnt sich das nicht Bild: AP

Eine Vollzeitstelle, die brutto weniger als 1200 Euro (Alleinstehende) oder 2050 Euro (Alleinverdiener mit zwei Kindern) bringt, ist für viele Arbeitslose unattraktiv - das jedenfalls sagen die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Ein wachsendes Niedriglohn-Problem gibt es nach ihrer Aussage nicht.

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          Die wachsende Zahl der Arbeitnehmer, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen ergänzendes Arbeitslosengeld II erhalten („Aufstocker“), ist kein Indiz für zunehmende Bedürftigkeit. Sie ist vielmehr Folge der höheren Hinzuverdienstgrenzen, einer besonderen Familienförderung, einer großzügigeren Übernahme von Miet- und Heizkosten sowie verzerrter Beschäftigungsanreize für Teilzeitarbeit. Zu diesem Schluss kommen Hendrik Luchtmeier vom Bundeswirtschaftsministerium und Johannes Ziemendorff vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

          Es sei daher nicht verwunderlich, dass trotz einer deutlichen Entspannung des Arbeitsmarkts vergleichsweise wenig Aufstocker dauerhaft aus dem ALG II ausscheiden. Für einen Alleinstehenden lohne sich die Arbeitsaufnahme erst, wenn der Stundenlohn 7,10 Euro (Vollzeit) oder 14,20 Euro (Teilzeit) übersteige. Für einen Alleinverdiener mit zwei Kindern liege diese Schwelle sogar bei 12,13 und 24,26 Euro, rechnen Luchtmeier und Ziemendorff vor.

          Familienförderung

          Eine Vollzeitstelle, die brutto weniger als 1200 Euro (Alleinstehende) oder 2050 Euro (Alleinverdiener mit zwei Kindern) bringe, sei daher für viele Arbeitslose unattraktiv: „Das durch eine Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit erzielte zusätzliche Einkommen wiegt in vielen Fällen die zusätzliche Belastung und dadurch entstehenden Entbehrungen nicht auf.“

          Von den im Januar 2007 registrierten rund 1,25 Millionen Betroffenen seien nur 380.000 „echte“ Aufstocker, die mehr als 800 Euro im Monat verdienten; unter diesen seien wiederum nur 47.000 Alleinstehende. Dies zeige, dass es sich beim ergänzenden Arbeitslosengeld II um eine Familienförderung handele: „Viele Erwerbstätige würden als Alleinstehende keine ergänzenden AlG-II-Leistungen erhalten, als ,Ernährer‘ einer Familie rutschen sie jedoch in den Transferbezug.“

          Die SPD und das Arbeitsministerium begründen mit der wachsenden Zahl der Aufstocker ihren Ruf nach einem Mindestlohn. Nach Meinung der beiden Autoren kann nicht von einem wachsenden Niedriglohnproblem gesprochen werden, da die Transferbezieher bis weit in den mittleren Lohnbereich hineinreichten.

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