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Handelsüberschüsse : Macron: Deutschlands wirtschaftliche Stärke „nicht mehr tragbar“

  • Aktualisiert am

Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron bei einem Wahlkampf-Auftritt vergangene Woche. Bild: Reuters

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron kritisiert Deutschland für seine hohen Handelsüberschüsse. Er fordert „einen Ausgleich“.

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          Der unabhängige französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron hat die hohen Handelsüberschüsse Deutschlands kritisiert und einen Abbau des Ungleichgewichts gefordert. Deutschland werde hoffentlich zu der Einsicht kommen, dass die wirtschaftliche Stärke des Landes in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar sei, sagte Macron den Zeitungen der Funke Mediengruppe sowie „Ouest-France“.

          Die Handelsüberschüsse seien weder für die Wirtschaft Deutschlands noch für die Wirtschaft der Euro-Zone gut. „Hier muss ein Ausgleich geschaffen werden.“ Macron nahm aber auch sein eigenes Land in die Pflicht.  Deutschland erwarte vor allem, dass Frankreich endlich strukturelle Reformen einleite. „Solange wir die hinauszögern, können wir nicht auf das Vertrauen der Deutschen setzen, die wir in diesem Punkt bereits 2003 und 2007 enttäuscht haben.“ Macron bekräftigte seine Absicht, den französischen Arbeitsmarkt mit einer Qualifizierungs-Offensive anzukurbeln. Eine Übertragung der deutschen Hartz-IV-Gesetze lehnte er aber ab. Mit den Hartz-Reformen wurde vor rund zehn Jahren in Deutschland unter anderem die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds gekürzt und die Unterstützung für Langzeitarbeitslose auf das Niveau der Sozialhilfe gesenkt.

          Deutschland sieht keine Schieflage

          Deutschland verteidigte sich jüngst in seinem Reformprogramm 2017 gegen Kritik an den Überschüssen. Diese gingen überwiegend auf die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte zurück und nicht auf direkte wirtschafts- oder finanzpolitische Maßnahmen.

          In Frankreich wird in einer Woche ein neuer Präsident gewählt. Das Rennen wird zunehmend enger. Umfragen zufolge dürften die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, und Macron die erste Runde gewinnen. Die Stichwahl am 7. Mai würde demnach Macron für sich entscheiden.

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