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Handelsstreit : Erhebt China Strafzölle auf Europas Autos?

  • Aktualisiert am

Volkswagen in China Bild: dpa

Der Handelsstreit zwischen der EU und China eskaliert: Nach Solarmodulen und Wein geraten nun Autos ins Visier. Schon ab September könnte China Strafzölle erheben, warnen Europas Hersteller.

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          Zwischen der Europäischen Union und China gibt es derzeit mächtig Streit: Die Europäer werfen den Chinesen vor, ihre Solarindustrie unfair zu päppeln und haben gerade Zölle auf Solarmodule erhoben. Peking hat bereits reagiert und angekündigt, möglicherweise Wein aus Europa mit Zöllen zu belegen ebenso wie bestimmte Chemie-Importe.

          Der Handelsstreit der beiden Wirtschaftsräume könnte nun auf einem insbesondere für Deutschland sensibleren Feld eskalieren: Offenbar erwägt China, auch Strafzölle auf aus Europa importierte Autos zu erheben. Ein Sprecher des europäischen Autoherstellerverbands Acea sagte, vorläufige Strafzölle auf Autos mit einem Hubraum von mehr als zwei Liter könnten ab September erhoben werden. Damit sei zu rechnen, falls die EU-Kommission nicht von ihrer gegenwärtigen Handelspolitik gegenüber China abweiche.

          Vor allem einige deutsche Automobilhersteller, die in China einen großen Marktanteil haben, nähmen die Drohungen sehr ernst, sagte ein ACEA-Sprecher. Wenn es keine Verbesserung des politischen Klimas gebe, dann werde China voraussichtlich „Vergeltung“ üben. Nahezu alle großen deutschen Automarken wie beispielsweise Volkswagen, Daimler, BMW und Audi machen in Fernost gute Geschäfte.

          Wie genau die Chinesen entsprechende Strafen begründen könnten, ist noch nicht in Details klar. Die französische Zeitung „Les Echos“ hatte berichtet, die Regierung in Peking werfe europäischen Oberklasse-Automobilherstellern vor, dass diese dank Beihilfen ihre Fahrzeuge in China unter Wert verkaufen könnten. Die chinesischen Behörden prüften entsprechende Beschwerden einheimischer Autobauer.

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