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Handelsabkommen gescheitert : Indien enttäuscht

  • -Aktualisiert am

Indien hat überraschend ein Veto gegen ein globales Handelsabkommen eingelegt. Das Land will nicht auf Agrarsubventionen verzichten. Doch damit lässt sich der Hunger nicht besiegen.

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          Zu früh gefreut: Im Dezember noch hatten die Staaten der Welthandelsorganisation WTO ihr Bali-Paket als großen Fortschritt für die Liberalisierung der Weltmärkte bejubelt. Nur ein gutes halbes Jahr später liegt alles in Trümmern. Die neue indische Regierung hat die Vereinbarung platzen lassen und die anderen WTO-Mitglieder übel vor den Kopf gestoßen.

          Indien will unbegrenzt weitermachen mit seinen Nahrungsmittelsubventionen. Es argumentiert, nur so sei dem Hunger der indischen Landbevölkerung beizukommen. Dass die Vorgängerregierung dem Kompromiss von Bali schon zugestimmt hatte, ficht den neuen Ministerpräsidenten Narendra Modi offenbar nicht an.

          Was Indien dabei außer acht lässt: Ein multilaterales Freihandelsabkommen bietet gerade den Entwicklungsländern eine große Chance auf mehr Wirtschaftswachstum. Von den bilateralen Abkommen dagegen, die nun energischer denn je vorangetrieben werden dürften, profitieren die armen Länder der Welt viel weniger.

          Auch Indien sollte wissen, dass sich allein mit gigantischen Agrarsubventionen der Hunger nicht besiegen lässt. Auf die WTO als Organisation kommen harte Zeiten zu.

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