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Große Koalition : Traurige Rentenoper

Die Rentenpläne der großen Koalition treffen den Bundeshaushalt, Rentner, Beschäftigte, Arbeitgeber, vorn allem aber: die Jüngeren. Sie können von der Rente mit 63 nur träumen.

          An der Wand der Komischen Oper in Berlin wirbt die Bundesregierung großflächig für ihr Rentenpaket mit den Worten: „Nicht geschenkt. Sondern verdient.“ Das zielt auf die Rente mit 63, die Mütterrente, die Erwerbsminderungsrente und ein höheres Reha-Budget. „So packen wir Gerechtigkeit“, verspricht die Bundesregierung den Flaneuren, die Unter den Linden lustwandeln.

          Das klingt besser, als es ist. Denn die Kosten werden großzügig ausgeblendet. Sie sieht man nicht.

          Dabei treffen die Pläne viele: Erstens den Bundeshaushalt - er wird deutlich stärker belastet, als es nach dem Koalitionsvertrag den Anschein hatte. Zweitens alle Rentner - sie erhalten im nächsten Jahr eine spürbar geringere Erhöhung es als nach geltendem Recht zwingend gewesen wäre. Drittens die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber - per Gesetz wird der Beitrag festgezurrt. Die Beschäftigten müssen im Vergleich zum Status quo mehr zahlen.

          Zugleich gilt: Die meisten von ihnen können von der Rente mit 63 nur träumen. Für die Jungen heißt es durchzuhalten, bis sie 67 Jahre alt sind. Und wenn sie das Ruhestands-Alter erreicht haben, wird das Rentenniveau niedriger sein als heute. Ihnen müssen die Rentenpläne in einem anderen Sinn komisch vorkommen.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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