https://www.faz.net/-gqe-7mgn0

Große Koalition : Traurige Rentenoper

Die Rentenpläne der großen Koalition treffen den Bundeshaushalt, Rentner, Beschäftigte, Arbeitgeber, vorn allem aber: die Jüngeren. Sie können von der Rente mit 63 nur träumen.

          An der Wand der Komischen Oper in Berlin wirbt die Bundesregierung großflächig für ihr Rentenpaket mit den Worten: „Nicht geschenkt. Sondern verdient.“ Das zielt auf die Rente mit 63, die Mütterrente, die Erwerbsminderungsrente und ein höheres Reha-Budget. „So packen wir Gerechtigkeit“, verspricht die Bundesregierung den Flaneuren, die Unter den Linden lustwandeln.

          Das klingt besser, als es ist. Denn die Kosten werden großzügig ausgeblendet. Sie sieht man nicht.

          Dabei treffen die Pläne viele: Erstens den Bundeshaushalt - er wird deutlich stärker belastet, als es nach dem Koalitionsvertrag den Anschein hatte. Zweitens alle Rentner - sie erhalten im nächsten Jahr eine spürbar geringere Erhöhung es als nach geltendem Recht zwingend gewesen wäre. Drittens die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber - per Gesetz wird der Beitrag festgezurrt. Die Beschäftigten müssen im Vergleich zum Status quo mehr zahlen.

          Zugleich gilt: Die meisten von ihnen können von der Rente mit 63 nur träumen. Für die Jungen heißt es durchzuhalten, bis sie 67 Jahre alt sind. Und wenn sie das Ruhestands-Alter erreicht haben, wird das Rentenniveau niedriger sein als heute. Ihnen müssen die Rentenpläne in einem anderen Sinn komisch vorkommen.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Ihr Europawahlkampf für die SPD gestaltet sich schwer: Katarina Barley

          Barleys zäher Wahlkampf : Im Netz unten durch, sonst kaum beachtet

          Die SPD hat für die Europawahl eine sympathische Kandidatin aufgestellt. In den Umfragen hilft das aber nicht. Warum hat es Katarina Barley trotz ihrer sympathischen und kompetenten Art so schwer?

          Kurz’ Zögern : Gefangen in der Ibiza-Falle

          Lange wartete Österreichs Kanzler, bis er sich zum Video von FPÖ-Chef Strache äußerte. Dabei war ihm schnell klar, dass sein Vize nicht zu halten ist. Dessen Parteifreund Gudenus soll derweil weiter Kontakt zu der vermeintlichen Oligarchennichte gehalten haben.

          Bürgerschaftswahl in Bremen : Rot-Rot-Grün oder nichts

          In den Umfragen steht die Bremer SPD schlecht da. Jetzt schließt sie ein Bündnis mit der CDU aus. Sie setzt damit die anderen Parteien unter Druck – und könnte so die Karten neu mischen.
          Heiko Maas vor einer Regierungsmaschine auf dem Flughafen in Berlin-Tegel

          Antrittsbesuch in Bulgarien : Maas hat wieder Pech mit seinem Flieger

          Zum dritten Mal in drei Monaten: Heiko Maas hat wieder Ärger mit einem Flieger der deutschen Bundeswehr. Bei seiner Reise nach Bulgarien hatte der deutsche Außenminister mehr als eine Stunde Verspätung, weil ein Triebwerk nicht ansprang.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.