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Nach dem Brexit-Votum : Britischer Regierung fehlt Personal für Verhandlungen

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Die Zeit läuft: Für die Austritts-Verhandlungen mit der EU haben die Briten zwei Jahre. Bild: dpa

Die Briten haben für den Brexit gestimmt. Für die komplizierten Verhandlungen hat die Regierung offenbar aber gar nicht genügend Fachleute. Und holt sich wohl auf zwei Wegen Hilfe.

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          Für den Austritt aus der EU zu stimmen, ist eine Sache. Ihn tatsächlich zu verhandeln, eine andere. Seit einigen Tagen ist der britischen Presse zu entnehmen, dass der Regierung des Vereinigten Königreichs offenbar schlicht ausreichend Mitarbeiter fehlen, die darin erfahren sind, Handelsverträge auszumachen.

          Die Briten haben abgestimmt - hier geht es zu unserer Themenseite.

          „Die öffentliche Verwaltung steht ihrer (...) größten Krise seit  dem Zweiten Weltkrieg gegenüber“, schrieb etwa gerade erst der „Telegraph“. Und deutete an, dass die britische Regierung ausgerechnet dort nach Fachkräften in dieser Sache suchen könnte, wovor sich viele Brexit-Befürworter sorgen - dem Ausland. „Sie können sicher sein, dass die große Mehrheit der Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung für den Verbleib gestimmt hat“, sagte der frühere Kabinettschef Lord Turnbull der Zeitung.

          Vielleicht kauft sich die Regierung Verhandlungs-Sachverstand aber auch (zusätzlich) auf anderem Wege ein. Nach einem Bericht der „Financial Times“ ist die britische Regierung in Kontakt mit Kanzleien und Beratungsgesellschaften, die ihr in den anstehenden Brexit-Gesprächen helfen sollen. Demnach hat Jeremy Heywood, der derzeitige Chef der öffentlichen Verwaltung, schon mit Vertretern der Unternehmensberatungen EY, KPMG und McKinsey gesprochen. Auch die Dienste der  Beratungsunternehmen PwC, Deloitte und die Kanzlei Linklaters könnten demzufolge von Großbritannien eingekauft werden.

          Denn in den Verhandlungen geht es um unzählige rechtliche und regulatorische Fragen - und die Zeit ist begrenzt: Hat die britische Regierung einmal den mittlerweile berühmten Artikel 50 des Lissaboner Vertrages aufgerufen, muss sie sich innerhalb von zwei Jahren mit den übrigen EU-Ländern auf die Trennungsmodalitäten verständigen.

          Die Beratungsunternehmen könnten übrigens infolgedessen selbst demnächst verstärkt nach Personal suchen. Sie hätten, heißt es in der „Financial Times“, Heywood in den Gesprächen mitgeteilt, dass ihre Mitarbeiter vielfach schon mit Arbeit eingedeckt sein - von Kunden, die nun nicht wissen, was aus dem Brexit-Votum folgen wird.

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