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Goldreserven : Bundesbank holt Hälfte des Goldschatzes nach Frankfurt

  • Aktualisiert am

Der Goldschatz der Bundesbank ist der größte unter den Notenbanken weltweit Bild: Deutsche Bundesbank

Die Bundesbank will in den kommenden Jahren größere Teile der im Ausland lagernden deutschen Goldreserven nach Deutschland holen. Ziel sei es, bis zum Jahr 2020 die Hälfte der Goldreserven in Deutschland zu lagern.

          Die Bundesbank gibt dem politischen Druck nach und wird künftig die Hälfte ihrer rund 3400 Tonnen schweren deutschen Goldreserven auch tatsächlich in Deutschland lagern. Dies geschehe durch die schrittweise Umschichtung der Barren aus Tresoren der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) in New York nach Frankfurt, gab die Bundesbank am Mittwoch bekannt. Dort lagert bislang rund die Hälfte des deutschen Goldes. Der Lagerstandort Paris solle zudem komplett bis zum Jahr 2020 aufgegeben werden.

          „Eine vollständige Verlagerung aller Bestände wäre nicht sachgerecht“, stellte der für die Verwaltung der Goldreserven verantwortliche Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele klar. Grund dafür sei, dass das Gold im Krisenfall in New York und London, dem dritten ausländischen Lagerort, schneller und einfacher in Devisen - insbesondere in die Weltleitwährung Dollar getauscht werden könne. Nach der Einführung des Euro sei es nicht mehr nötig, deutsches Gold in Paris zu lagern, um im Krisenfall an Francs zu kommen, sagte Thiele. Zudem seien Tresore auf dem Gelände der Bundesbank im Frankfurter Norden frei geworden.

          Zum genauen Zeitplan und der Art des Transports wollte sich Thiele aus Sicherheitsgründen nicht äußern. Die Kosten seien im Verhältnis zum Wert des Goldes „überschaubar, so dass wir sagen, das ist wirtschaftlich für die Bundesbank tragbar“. Eine konkrete Zahl zu den Kosten nannte Thiele nicht. Sparen wird die Bundesbank durch den Schritt nicht: Die Lagerung des deutschen Goldes in Paris und New York ist kostenlos, die Bank of England verlangt 500 000 bis 550 000 Euro Gebühr pro Jahr.

          Die Bundesbank hatte bereits vor zehn Jahren einen Teil ihres Goldes aus London geholt. Die geplanten Verlagerungen aus Frankreich und den Vereinigten Staaten umfassen Gold zu einem Tageskurs von 27 Milliarden Euro. Die Bundesbank kommt mit ihrem neuen Lagerstellenkonzept Forderungen seitens der Politik und des Bundesrechungshofes nach. Dieser hatte unter anderem kritisiert, dass die im Ausland gelagerten Goldbarren noch nie auf ihre Echtheit untersucht worden seien. Wie viel der Transport kosten wird sowie weitere Details dazu wurden zunächst nicht mitgeteilt. Ein wichtiger Kostenfaktor dabei dürften Versicherungsentgelte sein.

          Wo lagert das Gold?

          Ende 2012 umfasste der Goldschatz der Bundesbank - der zweitgrößte unter den Notenbanken weltweit - 3391 Tonnen im Wert von 137,51 Milliarden Euro. Fast die Hälfte des Goldschatzes verwahrt die amerikanische Notenbank Fed in New York. Bei der Bank of England in London liegen 445 Tonnen, bei der Banque de France in Paris 374 Tonnen. In eigenen Tresoren verwahrt die Bundesbank in Frankfurt derzeit knapp ein Drittel des Edelmetalls: 1036 Tonnen. (dpa-AFX)

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