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Goldman Sachs liegt vorne : Enger Draht zwischen Regierung und Bankern

Die Goldman-Sachs-Investmentbanker von Lloyd Blankfein haben einen besonderen Draht zur Bundesregierung Bild: AFP

In dieser Legislaturperiode gab es zahlreiche Treffen von Spitzenmanagern der Banken und der politischen Elite in Berlin. Überraschend ist, dass die Investmentbank Goldman Sachs mit Abstand die meisten Kontakte verbuchen kann.

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          Bundesregierung und Bankenvertreter pflegen den Kontakt. Wie die Antwort des Finanzministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion zeigt, gab es in dieser Legislaturperiode zahlreiche Treffen von Spitzenmanagern der Kreditinstitute und Investmentbanken auf der einen und der politischen Elite in Berlin auf der anderen Seite. In Zeiten von Finanzkrise und Spannungen im Euro-Raum kann das nicht wirklich überraschen, eher schon, dass die Investmentbank Goldman Sachs in dieser Legislaturperiode mit Abstand die meisten Kontakte für sich verbuchen kann.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Christoph Brand, dort für den öffentlichen Sektor zuständig, traf sich mehrmals mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), knapp zwei Dutzend Mal mit dem Staatsminister im Bundeskanzleramt Eckart von Klaeden (der dort für den Bürokratieabbau zuständig ist) und mehrfach mit dem früheren Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.

          Intensiv ist auch die Verbindung von Commerzbankchef Martin Blessing nach Berlin - was naheliegt, schließlich ist der Bund seit der Finanzkrise eng mit seinem Haus verbandelt, als er mit Garantien und Eigenkapital eingesprungen ist. Der persönliche Austausch mit dem zuständigen Minister Schäuble ist entsprechend eng, Treffen gab es zudem mit Staatssekretär Asmussen, einmal auch eines mit Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Gelegenheit zum Gespräch mit Angela Merkel hatte Blessing, als er die Bundeskanzlerin nach Russland und China begleitete.

          Die Deutsche Bank pflegte auf fast allen Ebenen den Kontakt. Nur Josef Ackermann tauchte nicht als Gesprächspartner im Kanzleramt auf, bis vergangenes Jahr war der Schweizer Chef des größten deutschen Finanzinstituts. Im Sommer 2009 war über ein Essen berichtet worden, das Merkel im Jahr davor zu Ackermanns 60. Geburtstag gegeben hatte. Die Party-Berichte haben offenbar das Verhältnis nachhaltig gestört. Dafür waren die Vorstandsmitglieder Jürgen Fitschen und Anshu Jain im Kanzleramt, nahmen an Treffen mit Merkel im größeren Kreis teil oder begleiteten die Kanzlerin auf Reisen.

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          Nicht immer dürften solche Kontakte herbeigesehnt worden sein. So gab es im Oktober 2012 auch ein Gespräch Merkels mit Axel Weber, nunmehr Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS. Dass der frühere Bundesbankpräsident nicht für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank zur Verfügung stehen wollte, hat Merkel nachhaltig verärgert. Doch ist sie augenscheinlich Profi genug, um solchen Begegnungen nicht aus dem Weg zu gehen. Barbara Höll, Vorstandsmitglied der Linksfraktion, kritisierte die intensive Kontaktpflege. „Die Lobbyisten der führenden Geldhäuser geben sich in der Bundesregierung die Klinke in die Hand.“ Von unabhängiger Politik könne unter diesen Umständen keine Rede mehr sein.

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