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Gipfeltreffen in Asien : Die größte Freihandelszone der Welt entsteht

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In der Mitte und doch nicht dabei: Die Vereinigten Staaten und ihr Präsident Barack Obama werden nicht Teil der größten Freihandelszone der Welt werden. Bild: AFP

China streitet mit asiatischen Nachbarn um Inseln im rohstoffreichen Südchinesischen Meer. Ungeachtet dessen verhandeln die Asiaten über eine Freihandelszone für ein Drittel der Menschheit. Amerika ist nicht dabei.

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          Ungeachtet des Territorialstreits um Inseln im südchinesischen Meer soll in der Asien-Pazifikregion die größte Freihandelszone der Welt entstehen. Darauf einigten sich 16 Staaten am Dienstag während des Ostasiengipfels in Kambodscha, darunter China und Japan. Die Vereinigten Staaten sind nicht dabei. Der amerikanische Präsident Barack Obama machte mit seiner Teilnahme an dem Treffen aber deutlich, dass sich die Vereinigten Staaten stärker in Asien engagieren wollen.

          Beim ersten Spitzentreffen seit seiner Wiederwahl bekräftigten Obama und der scheidende chinesische Regierungschef Wen Jiabao ihren Wunsch nach einem weiteren Ausbau der Beziehungen. „Wir werden den strategischen und wirtschaftlichen Dialog stärken“, sagte Wen. „Als Vertreter der beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben wir eine besondere Verantwortung voranzugehen, um ein nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum sicherzustellen, nicht nur in Asien, sondern weltweit“, sagte Obama.

          Freihandelszone RCEP umfasst ein Drittel der Weltbevölkerung

          Die geplante Freihandelszone RCEP umfasst neben China und Japan - der zweit- und der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt - Südkorea und Indien, Australien und Neuseeland sowie die zehn Mitglieder der Südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Das macht mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung aus und nach chinesischen Angaben ein Drittel des weltweiten Exportvolumens.

          „Wir wollen ein offenes Handels- und Investitionsumfeld schaffen, um den regionalen Handel und Investitionen zu fördern und zum Weltwirtschaftswachstum beizutragen“, hieß es in der Erklärung. Die Verhandlungen sollen Anfang 2013 beginnen und bis Ende 2015 abgeschlossen werden.

          Obama auf Werbetour für sein Land

          Obama betonte bei jedem Stopp seiner dreitägigen Asienreise, dass die Vereinigten Staaten in der Region stärker strategisch und wirtschaftlich präsent sein wollen. Im Bezug auf den Streit um das Südchinesische Meer erklärte das Weiße Haus: „Präsident Obama hat das nationale Interesse der Vereinigten Staaten an der Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität, (...) ungehindertem Handel und freier Passage bekräftigt.“

          Die vier Asean-Mitglieder Vietnam, Philippinen, Malaysia und Brunei streiten mit China über die Zugehörigkeit von Inseln. Deshalb kam es in diesem Jahr schon mehrfach fast zu Konfrontationen zwischen chinesischen und philippinischen Aufklärungsbooten. Obama warb für einen gemeinsamen Verhaltenskodex, um Konflikte friedlich zu lösen. Das hat China aber bislang verhindert. China will nur mit jedem Land einzeln über die Territorialansprüche verhandeln.

          Obama trieb auch die amerikanische Initiative einer Freihandelszone über den Pazifik voran. Die Trans-Pazifische Partnerschaft (TPP) soll nach seinem Willen bis Oktober 2013 unter Dach und Fach sein, berichtete Australiens Regierungschefin Julia Gillard. Sie umfasst neben den Vereinigten Staaten und Australien Neuseeland, Kanada, Mexiko, Singapur, Brunei, Vietnam, Malaysia, Chile und Peru.

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