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Kommentar : Einheitslohn

Die Gewerkschaften wollen den Mindestlohn als Erfolgsgeschichte verkaufen. Doch so einfach ist es nun wirklich nicht.

          Die Mindestlohnkommission wird bald ihren Vorschlag für die erste Erhöhung der gesetzlichen Lohnuntergrenze vorlegen. Während ihr dabei die Statistik der jüngsten Tarifabschlüsse Orientierung geben soll, muss sie zuvor eine andere knifflige Aufgabe lösen: Die Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter sollen gemeinsam aufschreiben, wie sie die Wirkungen des Mindestlohns von 8,50 Euro sehen.

          Die Gewerkschaften planen eine große Erfolgsgeschichte. Doch die bloße Feststellung, dass der Mindestlohn die von Nullzins und billigem Öl befeuerte Konjunktur nicht abgewürgt hat, genügt dafür nicht. Umso interessanter ist eine neue Übersicht des Statistischen Bundesamts: Sie zeigt, wie stark der Mindestlohn gerade im Osten ins Lohngefüge eingreift; in einigen Regionen übersteigt er zwei Drittel des vorherigen Durchschnittslohns.

          Überdies ist von Betrieben zu hören, in denen vom Hilfs- bis zum Facharbeiter nun alle 8,50 Euro erhalten, da es für mehr nicht reicht. Dort, wo zugleich die Lebenshaltungskosten niedrig sind, geht der Mindestlohn damit über jedes Maß einer Untergrenze hinaus. Da er von Anklam bis München gleich hoch sein soll, darf er mit Rücksicht auf diese Regionen eigentlich gar nicht steigen.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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