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Gesundheitsreform : Kranksein wird teurer: Mehr Zuzahlung, weniger Leistung

Krankengeld: Das bleibt eine Leistung der Krankenkasse. Die Versicherten zahlen ab 2006 einen zusätzlichen Sonderbeitrag in Höhe von 0,5 Prozent. Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte zahlen, sinkt im Gegenzug um 0,5 Prozentpunkte.

Pflegebedürftige: Die Kassen übernehmen die Kosten für das An- und Ausziehen von Stützstrümpfen ab Kompressionsklasse 2.

Internetapotheken: Der Bezug von apothekenpflichtigen Arzneimitteln auch über Versand- oder Internetapotheken ist möglich. Diese müssen aber hohe Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen, um eine behördliche Erlaubnis zu erhalten. Zuständig sind die Landesbehörden. Wenn Verbraucher sich an diese Apotheken wenden, könnten sie davon ausgehen, daß sie bei einer Bestellung qualitativ hochwertige Arzneimittel zugesandt bekommen, stellt das Gesundheitsministerium fest. Apotheken anderer EU-Mitgliedstaaten dürfen Arzneimittel an Endverbraucher in Deutschland versenden, sofern sie die deutschen Sicherheitsstandards erfüllen. Von diesen Apotheken dürfen nur in Deutschland zugelassene Arzneimittel versandt werden, denen eine Packungsbeilage in deutscher Sprache beiliegen muß. Eine Beratung in Deutsch muß sichergestellt sein.

Sonderbeitrag der Rentner: Rentner müssen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 3487,50 Euro von 2004 an auf ihre sonstigen Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten und Alterseinkünfte aus selbständiger Tätigkeit den vollen Krankenkassen- und Pflegebeitrag zahlen. Das gilt auch für Direktversicherungen.

Patientenrechte: Ab 2004 hat jeder Versicherte das Recht auf eine Patientenquittung über alle erbrachten Leistungen und Kosten, die der behandelnde Arzt bei der Krankenkasse abrechnet. Sie kann wahlweise nach jeder Behandlung oder einmal pro Quartal verlangt werden. Die neue Patientenbeauftragte Helga Kühn-Mengel soll als Sprachrohr für die Belange aller Patienten in der Öffentlichkeit auftreten und sich in politischen Gremien beratend für Patientenrechte einsetzen. Alle Gremien der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, die sich direkt oder indirekt mit Entscheidungen befassen, die Patienten betreffen, müssen deren Interessen berücksichtigen. Patientenverbände und Selbsthilfeorganisationen werden verstärkt in Entscheidungsprozesse einbezogen.

Versicherungskonditionen: Alle Versicherten können für die ambulante Versorgung künftig Kostenerstattung statt des heute in der GKV üblichen Sachleistungsprinzips wählen. Damit haben sie die Gelegenheit, für mindestens ein Jahr selber gegen Rechnung den Arzt zu bezahlen. Die Rechnung kann zur Kostenerstattung bei der Krankenkasse eingereicht werden. Die Kasse erstattet auf Grundlage der geltenden Vertragssätze. Der Arzt kann aber höhere Gebühren für die Behandlung abrechnen. Die Differenz zwischen Rechnungsbetrag und den Vertragssätzen der Kasse trägt der Versicherte selbst. Freiwillig Versicherte werden von ihrer Kasse künftig darüber informiert, wenn zwei Monate lang keine Beitragszahlungen eingegangen sind. Denn damit droht ihnen der Verlust der Versicherungsmöglichkeit im System der gesetzlichen Krankenkassen.

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