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Gesundheitsreform : Höhere Kassensätze für viele Rentner

  • Aktualisiert am

Viele Rentner, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind, müssen seit Jahresbeginn einen höheren Beitragssatz zahlen.

          1 Min.

          Viele Rentner, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind, müssen seit Jahresbeginn einen höheren Beitragssatz zahlen. Galt für sie bisher ein ermäßigter Beitragssatz, so müssen sie nun auf ihre Rente, auf Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen den höheren, allgemeinen Beitragssatz ihrer gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Für andere Einnahmen gilt nach Kassenangaben weiter der ermäßige Beitragssatz. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dieses Detail der Reform des Gesundheitswesens am Montag auf Anfrage. Die Zahl der Betroffenen liegt nach ihren Angaben bei rund 280000. Nach einer Rechtsänderung waren im Jahr 2002 Hunderttausende bisher freiwillig Versicherte Pflichtmitglieder der Krankenversicherung der Rentner (KVDR) geworden.

          Die verbliebenen freiwilligen Mitglieder unter den Rentnern würden nun den Pflichtversicherten gleichgestellt, sagte die Sprecherin. Für freiwillig Versicherte ergeben sich damit Beitragssatzerhöhungen von einigen Zehntelprozentpunkten. Im Gesetz wird dies mit Gerechtigkeitsgründen gerechtfertigt, sowie mit der Feststellung, daß Rentner insgesamt einen höheren Anteil an der Finanzierung ihrer Krankenkosten aufbringen müßten. Nach Beispielrechnungen von Krankenkassen belaufen sich die Zusatzbelastungen durch den erhöhten allgemeinen Beitragssatz im Jahr - je nach aktuellen Kassensatz - auf deutlich mehr als 100 Euro.

          Änderungen ergeben sich auch durch eine neue Regel zur Berechnung des Kassenbeitrags der Rentenversicherung. Hatte diese den freiwillig Versicherten bisher einen Zuschuß in Höhe des halben durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes aller Kassen gewährt, so zahlt die Rentenstelle künftig nur noch den halben allgemeinen Satz der jeweiligen Kasse. Da freiwillig Versicherte bisher auf alle Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3487,50 Euro Beiträge zahlen mußten, würden sie dadurch aber nicht - wie die Pflichtversicherten - zusätzlich belastet, weil Betriebsrenten und andere Einkünfte zum vollen statt halben Beitragssatz veranschlagt würden, sagte Andreas Zimmermann vom Deutschen Führungskräfteverband ULA.

          Der ermäßigte Beitragssatz ist damit begründet, daß freiwillig Versicherte Arbeitnehmer auf den Krankengeldanspruch verzichten können. Vertreter der Rentner verlangen deshalb seit langem einen reduzierten Kassensatz für alle Rentner, da diese keinen Anspruch auf Krankengeld haben.

          ami. BERLIN, 5. Januar. Viele Rentner, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied sind, müssen seit Jahresbeginn einen höheren Beitragssatz zahlen. Galt für sie bisher ein ermäßigter Beitragssatz, so müssen sie nun auf ihre Rente, auf Versorgungsbezüge und Arbeitseinkommen den höheren, allgemeinen Beitragssatz ihrer gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Für andere Einnahmen gilt nach Kassenangaben weiter der ermäßige Beitragssatz. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dieses Detail der Reform des Gesundheitswesens am Montag auf Anfrage. Die Zahl der Betroffenen liegt nach ihren Angaben bei rund 280000. Nach einer Rechtsänderung waren im Jahr 2002 Hunderttausende bisher freiwillig Versicherte Pflichtmitglieder der Krankenversicherung der Rentner (KVDR) geworden.

          Die verbliebenen freiwilligen Mitglieder unter den Rentnern würden nun den Pflichtversicherten gleichgestellt, sagte die Sprecherin. Für freiwillig Versicherte ergeben sich damit Beitragssatzerhöhungen von einigen Zehntelprozentpunkten. Im Gesetz wird dies mit Gerechtigkeitsgründen gerechtfertigt, sowie mit der Feststellung, daß Rentner insgesamt einen höheren Anteil an der Finanzierung ihrer Krankenkosten aufbringen müßten. Nach Beispielrechnungen von Krankenkassen belaufen sich die Zusatzbelastungen durch den erhöhten allgemeinen Beitragssatz im Jahr - je nach aktuellen Kassensatz - auf deutlich mehr als 100 Euro.

          Änderungen ergeben sich auch durch eine neue Regel zur Berechnung des Kassenbeitrags der Rentenversicherung. Hatte diese den freiwillig Versicherten bisher einen Zuschuß in Höhe des halben durchschnittlichen allgemeinen Beitragssatzes aller Kassen gewährt, so zahlt die Rentenstelle künftig nur noch den halben allgemeinen Satz der jeweiligen Kasse. Da freiwillig Versicherte bisher auf alle Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3487,50 Euro Beiträge zahlen mußten, würden sie dadurch aber nicht - wie die Pflichtversicherten - zusätzlich belastet, weil Betriebsrenten und andere Einkünfte zum vollen statt halben Beitragssatz veranschlagt würden, sagte Andreas Zimmermann vom Deutschen Führungskräfteverband ULA.

          Der ermäßigte Beitragssatz ist damit begründet, daß freiwillig Versicherte Arbeitnehmer auf den Krankengeldanspruch verzichten können. Vertreter der Rentner verlangen deshalb seit langem einen reduzierten Kassensatz für alle Rentner, da diese keinen Anspruch auf Krankengeld haben.

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