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Gesundheitsreform : Barmer kalkuliert 6,70 Euro für Zahnersatzversicherung

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Die Barmer Ersatzkasse (BEK) will den Zahnersatz von Januar an pauschal für 6,70 Euro versichern. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Ersatzkasse, Eckhard Fiedler, in Berlin.

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          Die Barmer Ersatzkasse (BEK) will den Zahnersatz von Januar an pauschal für 6,70 Euro versichern. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Ersatzkasse, Eckhard Fiedler, in Berlin. Endgültig wollen die Krankenkassen über die Höhe der für alle Kassen einheitlichen Pauschale für gesetzlich Versicherte erst Ende September entscheiden. Am ersten Oktober muß der Betrag feststehen. Der Beitrag deckt auch die Kosten für mitversicherte Familienmitglieder ab.

          Da bisher aber nicht geklärt ist, wie der Beitrag für die 21 Millionen Rentner und Arbeitslosen eingezogen werden soll, könnten auf die Kassen noch erhebliche Zusatzkosten zukommen, warnte Fiedler. Sollte die Kassen das Inkasso selbst übernehmen, seien Mehrkosten von bis zu 250 Millionen Euro wahrscheinlich. Zudem müßten Zahlungsausfälle verkraftet werden, wenn Bürger die obligatorische Versicherung nicht bezahlten. In der Reform des Gesundheitswesens wurde nur für die Beschäftigten festgelegt, daß der Arbeitgeber künftig die Pauschale kassieren und überweisen soll. Die Rentenversicherer weigern sich bisher, dies für die Rentner zu übernehmen, wie es die CDU verlangt.

          Fiedler unterstützte dagegen Forderungen aus der SPD für die Abkehr von der Pauschallösung für den Zahnersatz und für die Beibehaltung des bisherigen Beitragssystems, das an der Höhe des Arbeitseinkommens festmacht. Statt einer von der BEK auf etwa 6,70 Euro im Monat für alle Kassenmitglieder kalkulierten monatlichen Pauschale würde der Beitrag dann wie bisher zwischen zwei und 14 Euro variieren. Gleichzeitig müsse den gesetzlich Versicherten der Umstieg in die private Versicherung verwehrt werden. Von Januar an müssen die gesetzlichen Kassen ihre Versicherten bei Nachweis einer entsprechenden Privatversicherung wechseln lassen. Wie zuvor Vertreter anderer Kassen und Verbraucherschützer warnte die BEK Versicherte davor, bereits jetzt eine private Zahnersatz- oder Zusatzversicherung abzuschließen.

          Höhere Kosten beim Beitragseinzug für den Zahnersatz würden auch das von der Regierung erwartete Sparvolumen durch die Ausgrenzung des Zahnersatzes aus dem bisher paritätisch finanzierten Teil des Leistungskatalogs in Frage stellen, warnte Fiedler. Die Bundesregierung hat eine Beitragssenkung um 0,4 Prozentpunkte allein durch diese Neuregelung beim Zahnersatz kalkuliert.

          Nach dem Finanztableau der Gesundheitsreform sollten die Beitragssätze 2005 durchschnittlich auf 12,95 Prozent nach 13,60 Prozent in diesem Jahr sinken. BEK-Chef Fiedler geht davon aus, daß der Durchschnittswert von 13,6 Prozent erst im kommenden Jahr erreicht und "womöglich leicht unterschritten werden könnte". Die Einschätzung wird durch eine Umfrage der Agentur Plato unter mehr als 200 Krankenkassen bestätigt. Demnach erwarten diese nicht, daß in diesem Jahr der Durchschnittssatz der Beiträge deutlich unter 14 Prozent sinken wird.

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