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Gesundheitspolitik : Privatversicherte sollen Tarif einfach wechseln können

  • -Aktualisiert am

Politischer Druck führt zu verbesserten Konditionen für Millionen Kunden Bild: dapd

Wenn Privatversicherte in einen günstigeren Tarif ihrer Krankenkasse wechseln wollen, gibt es oft Ärger. Jetzt geloben die Krankenversicherer Besserung. Wer älter als 54 ist, soll sogar freiwillig auf günstigere Tarife hingewiesen werden.

          Die privaten Krankenversicherer wollen ihren Kunden den Wechsel in einen günstigeren Tarif nach Beitragsanhebungen leichter machen und binnen Monatsfrist ermöglichen. Damit reagieren sie auf wachsenden Druck der Politik und kommen Vorgaben des Gesetzgebers nach. Einige wollen die Vorgaben sogar übertreffen: So wollen die privaten Krankenversicherer alle 55 Jahre alten Mitglieder freiwillig auf andere, preiswertere Tarife im eigenen Unternehmen hinweisen, wenn die Beiträge steigen. Der Gesetzgeber verlangt das bisher ab dem 60. Lebensjahr.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Versicherte könnten mit einem Tarifwechsel Leistungen abwählen und so ihre monatliche Prämienlast reduzieren. Das ist nicht immer im Interesse der Versicherungsunternehmen, die deshalb solche Anträge bisher teils zögerlich bearbeitet haben. Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Branche gemahnt, das Gesetz zu befolgen. Die will mit dem Leitfaden ihr Image aufbessern, die Debatte um Prämienanhebungen eindämmen. Auch will sie „Tarifoptimierern“ das Handwerk legen. Das sind Berater, die Kunden in einen möglichst billigen Tarif (mit weniger Leistungen) vermitteln, weil sich ihr Honorar an der Höhe der Einsparung bemisst.

          Die Versicherer wollen die neuen Leitlinien des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) spätestens ab 2016 anwenden. „Schon jetzt haben sich Unternehmen mit einem Marktanteil von mehr als 82 Prozent der Privatversicherten verbindlich dazu bereit erklärt, den Leitfaden umzusetzen“, sagte Verbandsvorsitzender Uwe Laue der F.A.Z. Die Regeln gelten damit für mehr als sieben Millionen der neun Millionen Kunden. Weitere Unternehmen wollten mitmachen.

          Der Leitfaden enthält eine Reihe von Vorgaben, an die sich die Versicherungsunternehmen bei der Information ihrer Kunden und der Bearbeitung von Tarifänderungen halten müssen. So soll „persönlich und bedarfsgerecht“ beraten werden. Laue verspricht dabei „größtmögliche Objektivität und Transparenz“. Wirtschaftsprüfer sollen deren Einhaltung kontrollieren. Zu den Unternehmen, die sich der neuen Praxis unterwerfen, zählen unter andern die Marktführer Debeka, DKV, Allianz, Axa und Signal Iduna.

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