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Gesundheitspolitik : Das Honorarplus der Ärzte soll nichts kosten

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Bild: ddp

Dass die Kassenärzte ihre Honorare erhöhen, soll die Versicherten nichts zusätzlich kosten. Das sagt nun Gesundheitsminister Rösler. Das Honorarplus werde dadurch finanziert, dass die Beiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen.

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          Die Erhöhung der Honorare für die 150 000 Kassenärzte kostet die Versicherten nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nichts. Das Honorarplus werde nicht zu Mehrkosten führen, sagte Rösler am Mittwoch im Deutschlandradio. Die Beitragserhöhung zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent reiche zur Finanzierung aus.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Krankenkassen würden „nicht gezwungen, einen zusätzlichen Zusatzbeitrag zu nehmen“, sagte der Minister. Er erwarte aber auch von der Ärzteschaft einen Sparbeitrag von 3,5 Milliarden der 9 Milliarden Euro, die insgesamt eingespart werden sollten. Der gemeinsame Bewertungsausschuss von Krankenkassen und Ärzten hatte sich am Dienstag auf ein Honorarplus von mehr als 1 Milliarde Euro geeinigt - eine Summe, die schon im Sommer erwartet worden war (siehe Koalition einig: Gesundheit wird teurer und Honorare der Kassenärzte steigen um fast 10 Prozent).

          Die Kassen, die eine Nullrunde angestrebt hatten, sind durch den unabhängigen Sachverständigen überstimmt worden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung hatte beklagt, dass die Honorarerhöhung für Kassenärzte zu Lasten der Beitragszahler gehe.

          Die Kassen wurden überstimmt: Niedergelassene Ärzte bekommen deutlich höhere Honorare

          Die Kassenärztliche Bundesvereinigung zieht die von den Kassen genannte Summe von 1 Milliarde Euro in Zweifel. „Wir haben am gestrigen Tage eine Zuwachssituation geschaffen, die sich auf 675 Millionen Euro beziffert und nicht auf eine Milliarde“, sagte KBV-Chef Andreas Köhler dem Fernsehsender n-tv. Dieser Betrag sei in der von Rösler vorgesehenen Beitragserhöhung berücksichtigt.

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