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Gesundheit : Krankenkassen schließen 2003 mit Milliardendefizit ab

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat im vergangenen Jahr ein Defizit von knapp 3 Milliarden Euro verbucht. Dennoch erwartet die Bundesregierung sinkende Beitragssätze.

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          Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat im vergangenen Jahr ein Defizit von knapp 3 Milliarden Euro verbucht. Bei sinkenden Einnahmen seien die Ausgaben um 1,7 Prozent auf 145 Milliarden Euro gestiegen, erläuterte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder (SPD).

          Ohne die in Erwartung der Gesundheitsreform vorgezogenen Ausgaben für Arzneimittel und Brillen wäre der Fehlbetrag um 800 Millionen Euro niedriger ausgefallen. Unterdessen berichteten die Apothekerverbände, daß die Arzneimittelausgaben im Januar um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken seien. Viele Patienten hätten sich noch im Dezember mit Medikamenten eingedeckt. Auch wirke sich die Gesundheitsreform in niedrigeren Ausgaben der Kassen aus.

          Fehlbetrag „besser als erwartet“

          Schröder nannte den Fehlbetrag von 2,9 Milliarden Euro "besser als erwartet". Er bekräftigte, daß die Kassen 2003 von Ausgaben bis zu 10 Milliarden Euro entlastet würden und sich dies in Beitragssatzsenkungen niederschlagen werde. Kassen und Aufsichtsbehörden sollten dafür sorgen, "daß Spielräume für Beitragssatzsenkungen genutzt werden". Die Daten 2003 zeigten, daß die Grundlöhne der Kassenmitglieder um 0,23 Prozent gesunken seien. Auf der anderen Seite hätten die Leistungsausgaben um 1,7 Prozent zugelegt.

          Den größten Ausgabenblock verursachte abermals die Krankenhausbehandlung, die mit 47 Milliarden Euro (plus 1,8 Prozent) fast ein Drittel der GKV-Ausgaben beanspruchte. Gut 24 Milliarden Euro wurden für die ärztliche Behandlung ausgegeben, was einem Zuwachs von 2,7 Prozent entsprach.

          Bei den Arzneimitteln überkompensierte der starke Anstieg der Verordnungen zum Jahresende die in den ersten drei Quartalen erzielten Ausgabensenkungen: Über das Jahr gerechnet, stiegen die Ausgaben um 2 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Ohne die Preisregulierungen und Zwangsrabatte hätte der Kostenzuwachs knapp 10 Prozent betragen. Schröder kritisierte, die Tendenz zur Verordnung teurer Arzneimittel habe sich unvermindert fortgesetzt.

          Vorzieheffekte bei Brillen

          Starke Vorzieheffekte habe es bei Hilfsmitteln (Brillen) mit einem Zuwachs von 21 Prozent gegeben. Steigerungsraten von knapp 5 Prozent wurden bei Heilmitteln und der Fahrkostenerstattung registriert. Auch hier sollen die Ausgaben durch die Gesundheitsreform zurückgehen. Für den Zahnersatz stiegen die Ausgaben um 7,5 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

          Abermalige Zuwächse verbuchten die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen. Mit 3 Prozent seien diese immer noch zu hoch. Weniger wurde für Krankengeld ausgegeben. Hier sanken die Ausgaben um 7,4 Prozent auf knapp 7 Milliarden Euro.

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